Tierfilmer Andreas Kieling von Grizzly verletzt

Er ist Tieren in freier Wildbahn auf der Spur und versucht, sie möglichst nah vor die Kamera zu bekommen. Das ist nicht immer ganz ungefährlich.
Andreas Kieling bei der Vernissage zu seiner Ausstellung «Mit den Grizzlys durch Alaska» neben einem Präparat eines Grizzlybären.
Andreas Kieling bei der Vernissage zu seiner Ausstellung „Mit den Grizzlys durch Alaska“ neben einem Präparat eines Grizzlybären.Foto: Michael Reichel/dpa
Epoch Times15. Mai 2023

Tierfilmer Andreas Kieling hat über einen Bärenangriff gesprochen. „Den Bären trifft sozusagen keine Schuld“, sagte er in einem Video auf Facebook. Zuvor hatte er am Sonntag öffentlich gemacht, in den Karpaten von einem Bären angegriffen und verletzt worden zu sein.

„Eigentlich spreche ich für den Bären. Alles, was passiert ist, dafür kann der Bär nichts. Ich bin der Intruder, ich bin in seinen Lebensraum eingedrungen, tief in die Wildnis, da wo normalerweise auch keine normalen Menschen hingehen, auch keine Wanderer“, sagte der 63-Jährige in dem Video, in dem er mit verbundener Hand und blutigen Wunden am Kopf zu sehen ist. Der Bär sei über ihm gewesen, habe unter anderem in seine linke Hand gebissen. Ein Chirurg habe ihn gut versorgt.

Seinen Beruf schätzt er nicht als besonders gefährlich ein

Eigentlich habe er in den Karpaten Vögel filmen wollen, dann sei es vor einer Woche aber zu dem Unfall gekommen. Wo genau der Angriff erfolgte, geht aus den Facebook-Einträgen nicht hervor. Die Karpaten ziehen sich in einem weiten Bogen von Mittel- über Ost- bis nach Südosteuropa. Dort leben viele Braunbären. Allein in den rumänischen Karpaten leben schätzungsweise 5.000 bis 6.000 Braunbären. Vor allem die Bärenmütter mit ihren Jungen nähern sich oft Bauernhöfen, Stadträndern und zeltenden Touristen. Sehr häufig werden sie auch von Autofahrern auf den Landstraßen gesichtet. Die männlichen Alpha-Bären leben eher zurückgezogen in den höheren Berglagen.

Mittlerweile sei er wieder in Deutschland, sagte Kieling, und bedankte sich für die Genesungswünsche. Seinen Beruf schätze er nicht als besonders gefährlich ein, es sei erst der fünfte schwere Unfall in 32 Jahren professionellem Tiere-Filmen. Feuerwehrleute und Polizisten seien wöchentlich viel größeren Gefahren ausgesetzt.

Warum es zu dem Angriff gekommen sei, wisse er nicht. Vielleicht sei es eine Bärin mit Jungen gewesen, vielleicht habe im Gebüsch ein gerissenes Tier gelegen oder es habe mit Hormonen in der Paarungszeit zu tun, mutmaßte er. „Bären sind nicht auf dieser Welt, um uns Menschen zu töten oder uns nachzustellen. (…) Für Bären sind wir sowas wie andere große Prädatoren, also sowas wie ein Wolf, ein Luchs, eine Hyäne, ein Tiger, ein Leopard. Solange man nicht in eine Konfliktsituation gerät, also zum Beispiel ähnliche Nahrungsgrundlagen für sich beansprucht, passiert eigentlich auch nichts. In der Regel sind Bären auch scheu, gehen uns immer aus dem Weg“, sagte er. (dpa/red)



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