Die heilende Kraft der Kampfkunst

Die grundlegenden Prinzipien der Kampfkünste sind Techniken mit dem Ziel, uns biomechanische Harmonie zu lehren.
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Kampfkunst: Den Körper zu positionieren und die Muskeln korrekt zu verwenden ist entscheidend, um die Energie des Körpers gut nutzen zu können.Foto: Ishara S. Kodikara/AFP/Getty Images
Von 6. Januar 2016

Seit der Antike werden die verschiedenen Kampfsysteme, die die Kampfkunst, wörtlich übersetzt die „Kriegskunst", beinhalten, geübt und zur Perfektion gebracht. Filme, Romane und die Populärkultur sind voll von Bildern der Massenvernichtung und kriegerischen Heldenmuts. Aber es gibt da noch einen anderen Aspekt: ganzheitliches Training, das die Gesundheit und die Fitness aufbauen, aufrechterhalten und zurückbringen kann.

Körperhaltung und Körpermechanik

Die fundamentale Natur des Kampfkunsttrainings ist, Methoden der Interaktion mit Kräften zu lehren, sie entgegenzunehmen, sie zu verteilen und sich mit ihnen zu harmonisieren. Die Priorität beim Grundlagentraining wird auf die korrekte Haltung des Körpers und eine gute Körpermechanik gelegt.

Der Körper ist eine Plattform, von der aus man schiebt, zieht, sich dreht und sich bewegt. Die korrekte Art zu lernen seinen Körper zu positionieren, während man sich durch den Raum bewegt, ist notwendig, um Vorteile aus unserer Verbindung zur Erde zu ziehen, um stabil zu sein und um zu ermöglichen, Kraft zu übertragen.

Die Füße verbinden die Beine mit dem Boden. Kampfkunsttraining stärkt jeden Teil des Körpers, von der Körpermitte bis zu den Gliedmaßen – das ist der Schlüssel zur Stabilität und der Fähigkeit zu schieben und zu ziehen.

Der Wert des Trainings der Kampfkünste liegt nicht in der Verteidigung und des Angriffs gegen Ninjas auf dem Parkplatz, sondern darin, was das Training jeden Tag für uns tut. Die Küche wird zu unserem Trainingsort; Blätter zusammenzukehren oder Schneeschippen kann uralte Übungen beinhalten.

Die grundlegenden Prinzipien der Kampfkünste, wie das „Wurzeln" aus der Stellung (stabil stehen) oder Schlagen und Greifen, also Versionen von Ziehen und Schieben, und Bewegungsübungen vor dem Spiegel, sind Techniken mit dem Ziel, uns biomechanische Harmonie zu lehren. Einige Techniken, wie Pilates und Feldenkrais, haben ihre Wurzeln in den Kampfkünsten.

Die Wichtigkeit korrekter Bewegungen

Die Wichtigkeit korrekter Bewegungen kann man beim Schieben oder Ziehen eines Objektes beobachten. Wenn wir ein Objekt schieben oder an ihm ziehen, wirkt die gleiche Kraft entgegengesetzt auf unser Skelett. Eine gute Stellung und Ausrichtung des Körpers während der Aktion ist wichtig, um die Kraft auf Gebiete verteilen zu können, die der Belastung dauerhaft widerstehen können.

Eine zu hohe Anzahl der Wiederholungen von Aktionen, die mit Kraft ausgeführt werden, kann im Laufe der Zeit eine Schädigung des Bewegungsapparates hervorrufen. Denken Sie darüber nach, wie viele Türen Sie in einem Leben öffnen. Oder denken Sie ans Gewichte stemmen im Kraftraum: je höher der Widerstand (das Gewicht) desto größer die Verletzungsgefahr.

Wenn man diese Prinzipien in unserem alltäglichen Leben berücksichtigt, hat es einen enormen Nutzen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden: vom Vermeiden von Schäden durch falsche  Bewegungsmuster bis zum Übergang von schlechten zu guten Angewohnheiten. Die Aufmerksamkeit, die bei den Kampfkünsten notwendig ist und entwickelt wird, bleibt uns nach dem Training erhalten.

Ein solches Training lehrt uns die Wichtigkeit und die Fähigkeit darauf zu achten, wie wir uns bewegen und was sich in unserer Umgebung bewegt. Und da die meisten Unfälle im Haushalt passieren, kann das Leben retten.

Körperliche Widerstandskraft gegen Missgeschick

Knochen, Sehnen und Muskeln zu stärken ist eine alte Tradition in den Kampfkünsten. Entscheidend für das kämpferische Können ist die Fähigkeit, Schläge auf den Körper auszuführen oder ihnen zu widerstehen.

Diese Methoden wirken auch gut bei therapeutischen Anwendungen. Übungen zur Stärkung von Knochen und Bindegewebe können einer Schwächung dieser Organe vorbeugen oder sie gar ganz verhindern.

Mittel zur Stärkung

Verletzungen sind beim Kampfkunsttraining unvermeidbar. Seit den Anfängen der Kampfkunst war es eine Priorität, den Körper zu heilen und wieder aufzubauen. Oftmals liegt das Geheimnis in den Basis-Trainingsübungen und den Formen. Deren erstes Ziel ist es, eine Grundlage zu schaffen und Fähigkeiten zu entwickeln, um auf eine fortgeschrittene Ebene zu kommen.

Knochen, genauso wie Muskeln und Sehnen, müssen stark sein. Kampfkunstlehrer legen großen Wert auf eine gute Körperhaltung, um sicherzustellen, dass bei der Durchführung einer Technik, auch bei hoher Geschwindigkeit und Kraft, der Schutz des Körpers gewährleistet ist, auch wenn sie spontan ausgeführt wird.

Viele Kampfkünste sind mit der indigenen Medizin verbunden oder in ihr verwurzelt. Einzigartige und hocheffektive Techniken findet man seit der Antike in den Systemen Afrikas, Indiens, Chinas und all den indigenen Völkern und Regionen, die eine reiche Kampfkunsttradition haben, die mit der Kunst des Überlebens und der Wissenschaft verbunden ist.

Das Kampfkunsttraining hat zahllose Parallelen zu unserem täglichen Leben. Ein solches Training ist eine uralte Kunst des Heilens, die Verletzungen vorbeugt, das Leben durch das Verstärken unseres Situationsbewusstseins verlängern kann und uns als Werkzeug dient, mit physischen und mentalen Belastungen umzugehen, die uns unter anderen Umständen zu Boden werfen würden.

Info: Emory M. Moore jr. ist seit 25 Jahren ein Profi im Fitnessbereich.

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