Kirschen helfen beim Abnehmen, dem Herz und gegen Gicht

Mit hohen Herren ist nicht gut Kirschen essen, sagte man im Mittelalter, als die Früchte selten und teuer waren. Bis heute sind Kirschen aus dem eigenen Garten besonders gesund.
Kirschen sind gut für die Gesundheit
Mit hohen Herren ist nicht gut Kirschen essen, sagte man im Mittelalter. Bis heute ist die eigene Ernte besonders gesund.Foto: iStock
Von 4. Juli 2023

Im Frühjahr erfreuen sie das Auge, im Sommer den Gaumen: Kirschen. Doch die kleinen roten Früchte können noch mehr und haben viele gesundheitliche Vorteile. Das gilt sowohl für Süß- als auch für Sauerkirschen.

Die gesundheitliche Wirkung beruht jedoch nicht auf dem Umstand, dass Kirschdiebe im Mittelalter mit den Kernen derselben bespuckt und vom Hof oder aus dem Garten vertrieben wurden. Vielmehr enthalten Kirschen Anthocyane, ein starkes Antioxidans. Dieses verleiht Früchten – je nach pH-Wert – zugleich ihre rote, violette, blaue oder schwarze Farbe. Darüber hinaus sind sie reich an Vitamin C und eine hervorragende Quelle für Ballaststoffe.

Kirschen für die Gesundheit

Da Kirschen obendrein kalorienarm sind, sorgen sie für ein schnelleres Sättigungsgefühl, sodass man weniger isst. Eine Tierstudie aus dem Jahr 20091 deutet zudem darauf hin, dass Ratten, deren fettreiche Kost mit Sauerkirschpulver ergänzt wurde, bessere Blutwerte aufwiesen als die Vergleichsgruppe.

Weitere Forschungsergebnisse zeigen, dass Anthocyane, Flavonole, Vitamine und Ballaststoffe in Kirschen und Beeren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern und die Herzgesundheit verbessern.2 Bei Kaninchen mit hohem Cholesterinspiegel schütze ein Extrakt aus Sauerkirschkernen das Herz und verbesserte seine Funktion deutlich.3

Doch nicht nur das Herz profitiert von Kirschen, auch Gicht – eine Form von Arthritis – kann durch ihren Verzehr gelindert werden. Obwohl sich die Symptome von Person zu Person unterscheiden können, zeigte eine 2012 veröffentlichte Studie, dass Betroffene, die Kirschen aßen, die Zahl der Gichtanfälle um etwa ein Drittel reduzieren konnten.4

Anthocyane und Cyanidin, beides starke Antioxidantien, die in Sauerkirschen enthalten sind, hemmen nachweislich die Entwicklung von Darmtumoren bei Mäusen. Sie vermindern zudem das Wachstum menschlicher Dickdarmkrebs-Zelllinien.5 Ebenfalls gut dokumentiert ist die krebshemmende Wirkung von Süßkirschen.6 Nicht zu vernachlässigen sei auch, dass Kirschen die gesunde Zellteilung und den Zelltod regulieren können.

Schließlich enthalten Kirschen Melatonin, das Hormon, das zur Regulierung unseres Schlafzyklus beiträgt. Es unterstützt den regelmäßigen Schlafzyklus und den zirkadianen Rhythmus und verbessert nachweislich die Funktion des Immunsystems7, hat neuroprotektive Wirkungen8 und verlangsamt die mit der Alterung verbundenen Prozesse.9

Alte Wirkung, neue Probleme

In der chinesischen Medizin gelten Kirschen als wärmend und süß. Sie fördern die Lebensenergie des Körpers, sind gut für die Haut, regen den Appetit an, verjüngen den Körper, regenerieren Flüssigkeiten. Sie behandeln Durchfall und sind ein bekanntes Mittel gegen Arthritis, Rheuma und Gicht. Kirschen sind reich an Eisen und werden daher zur Verbesserung der Blutbildung und zur Behandlung von Anämie eingesetzt. Aufgrund ihrer wärmenden Eigenschaften helfen sie zudem bei Erkältungskrankheiten.

All diese Effekte werden jedoch von einem anderen häufigen Inhaltsstoff beeinträchtigt: Pestizide. So wies die internationale Verbraucherschutzorganisation Environmental Working Group (EWG) 2022 in über 90 Prozent der getesteten Kirschen Rückstände von zwei oder mehr Pestiziden nach und führt sie in der Liste des „dreckigen Dutzend“.

Wer weder Pestizide essen noch Unsummen für Bio-Kirschen ausgeben möchte, dem sei der Kirschbaum im eigenen Garten empfohlen. Aber vorsichtig, denn unbehandelte Kirschen locken nicht nur Menschen an. Sie sollten in jedem Fall gründlich ausgelesen und gewaschen werden.

Quellen und Literatur

[1] Seymour et al. (2009); doi.org/10.1089/jmf.2008.0270

[2] Basu et al. (2011); doi.org/10.1111/j.1753-4887.2010.00273.x

[3] Juhasz et al. (2013); doi.org/10.2174/138161281939131127120517

[4] Zhang et al. (2012); doi.org/10.1002/art.34677

[5] Kang et al. (2003); doi.org/10.1016/S0304-3940(02)00583-9

[6] Fonseca et al. (2021); doi.org/10.3390/molecules26102941

[7] Bondy, Campbell (2020); pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32651969/

[8] Gunata et al. (2020); doi.org/10.1016/j.neurol.2019.07.025

[9] Karasek, Reiter (2002); pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12019345/

(Mit Material von The Epoch Times)



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