Auf ein Wort: Der Weg aus unserem persönlichen „Krieg“

Titelbild
Am Toten Meer, Israel.Foto: iStock
Von 21. Oktober 2023

Liebe Leser,

seit zwei Wochen gibt es schockierende Bilder aus Israel und dem Gazastreifen. Es sind verstörende Szenen dabei. „Welt“-Autor Deniz Yücel meint, Medien sollten sie zeigen, denn die „Öffentlichkeit muss sehen, mit welcher bestialischen Bande die israelische Gesellschaft konfrontiert ist“. X-Chef Elon Musk wird wiederum von der EU dafür gerügt, solche Gewaltbilder ohne Filter zu zeigen – Brüssel bezichtigt die Plattform der Desinformation.

Menschen sind unterschiedlich, so auch ihre Toleranz an Aufnahmen negativer Inhalte. Auf der einer Seite der Waage steht die Informationspflicht der Medien. Auf der anderen Seite wiegt jedoch die Angst und Bedrohung schwer, die diese Bilder vermitteln. Letzteres, so die Israelis, sei genau die Absicht der Hamas. „Sie wollen, dass wir Angst haben, dass wir nachts mit unseren Kindern wach liegen und uns nicht trauen, zur Arbeit zu gehen“, sagte eine israelische Mutter. Psychologische Kriegsführung ist real.

Worum es mir aber vor allem bei der Berichterstattung über Israel geht, ist eine Erfahrung, die ich jüngst im Laufe meiner täglichen Kontakte mit Israel gemacht habe und die mich in mancher Hinsicht als Mensch verändert hat.

Bei allen Schatten der Vergangenheit – es gibt diese Nation, die unglaubliche Terrorakte erlebt hat. Die Reaktion des Volkes auf das Leid ist selbstlos. Soldaten haben sich freiwillig zum Kampf gemeldet, bevor sie jemand einberufen hat. Menschen sind auf den Straßen und verteilen Lebensmittel und Wasser an diejenigen, die in den Kampf ziehen. Oder sie springen in den Geländewagen und fahren ohne zu zögern dorthin, wo die Terroristen sind, um eingesperrte Menschen zu befreien. Israelis würden sich sogar notfalls auf eine Bombe werfen, um andere zu schützen. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Sie helfen einander, wo sie nur können. Dabei warten sie nicht darauf, dass der Staat einen Plan macht (wie es vielen Menschen antrainiert wurde) oder ihnen hilft. Sie sind diejenigen, die ihren Teil in der Gemeinschaft leisten und die Verantwortung übernehmen. Sie sagen ihren Soldaten: „Wenn ihr unsere Geiseln seht, lasst euch nicht erpressen, wenn ringsum Terroristen sind. Zögert nicht. Diese Opfer bringen wir.“

Zueinander sagen die Israelis: „Wir werden auch darüber hinwegkommen. Alles wird wieder gut.“ Was ist das, wenn nicht die Erkenntnis eines Volkes, das viel durchlebt hat und inmitten tiefer Trauer seinen Seelenfrieden wiederzufinden versucht?

Je mehr ich mit den Menschen in Israel zu tun habe, desto mehr spüre ich, welche Botschaft für mich als Journalistin am wichtigsten ist. Und diese möchte ich unseren Lesern vermitteln. Die des Glaubens und des Zusammenhalts, der aktiven Übernahme von Verantwortung, aber auch die Aufopferung und das tiefe Mitgefühl für andere.

Auf diese Weise kann sogar der Angriff auf die Seele besänftigt werden. Ist das nicht der wahre Sieg?

Ihre Mária S. Szentmagyari

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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