Ehemaliger Geheimdienstchef, Polizeichef und Terrorexperte debattieren über Terrorismus und Einwanderung

Dr. Hans-Georg Maaßen, Ex-Polizeichef Ulf Küch und Terrorismusexperte Shams Ul Haq diskutieren, was die Migrationspolitik mit steigendem Antisemitismus zu tun hat und wie hoch aktuell die Terrorgefahr in Deutschland und Europa ist.
Titelbild
Braunschweigs ehemaliger Polizeichef Ulf Küch, Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sowie Terrorexperte Shams Ul-Haq zusammen mit Moderator Alexander Zwieschowski im EpochTV-Studio (v.l.).Foto: Epoch Times
Von 18. November 2023

Im Epoch-TV-Format „Respektiven“ lädt Alexander Zwieschowski Experten ein, die kontroversen Themen unserer Zeit zu diskutieren. Das Konzept der Live-Talkrunde zielt auf den gegenseitigen Respekt der Kontrahenten ab, auf einen perspektivischen Ansatz und die Interaktion mit Zuschauern und Abonnenten von Epoch Times. Das Format wird grundsätzlich mit einem attraktiven Einstiegsangebot für Neuabonnenten von Epoch Times verknüpft.

An diesem Donnerstagabend besprach Alexander Zwieschowski mit seinen Gästen das Thema „Massenmigration und gesellschaftlicher Umbau“. Dabei wurde seitens der Zuschauer gefragt, wer oder was hinter all den zerstörerischen Maßnahmen stecke.

Dr. Hans-Georg Maaßen muss man den Lesern der Neuen Medien nicht mehr vorstellen, er ist der ehemalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Jurist und CDU-Politiker sowie Vorsitzender der WerteUnion. Sein meinungsstarkes politisches Engagement prägt seit Jahren wichtige Debatten in Deutschland. Seine Widersacher im grünen und linken Lager sind breit aufgestellt.

Als ehemaliger Leiter der Kriminalpolizei in Braunschweig kommt Ulf Küch aus der Exekutive. Er bringt 45 Jahre Erfahrung als Polizeibeamter mit. Mit seinem Buch „SOKO Asyl – Eine Sonderkommission offenbart Wahrheiten über Flüchtlingskriminalität“, wurde Küch überregional bekannt.

Herr Shams Ul Haq ist der Dritte in der Runde. Der in Pakistan geborene Deutsche ist Journalist, Autor und Terrorexperte. Ul Haq kam im Alter von 15 Jahren als unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber nach Deutschland. Undercover recherchierte er für sein Buch „Die Brutstätte des Terrors“ zu islamistischem Terror in Moscheen und in 35 Flüchtlingsheimen.

Wie hoch ist aktuell die Terrorgefahr?

Ein Initial zum Thema dieser Sendung war der Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober auf Israel, die militärische Reaktion der Israelis und die darauffolgenden pro-palästinensischen Demonstrationen auf deutschen Straßen, die auch in gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei mündeten.

Für Epoch TV ein Anlass, unangenehme Probleme anzusprechen: Was hat die Migrationspolitik mit steigendem Antisemitismus zu tun? Und vor allem: Wie hoch ist aktuell die Terrorgefahr in Deutschland und Europa?

Alexander Zwieschowski gab sich und den Experten eine Stunde und zwanzig Minuten lang Zeit, miteinander zu diskutieren. Fragen der Zuschauer setzten weitere Impulse.

Dem Moderator war es einleitend wichtig, festzustellen, dass Muslime und der Islam nicht gleichzusetzen sind mit dem politischen Islamismus und einer gewalttätigen Radikalisierung. Aber kann man das so einfach? Oder hat der Israel-Gaza-Konflikt das Potenzial, hier rote Linien zu verwischen? Liberale Muslime werden von der Politik immer wieder dazu aufgefordert, Gesicht zu zeigen. Aber das ist für sie durchaus mit erheblichen Gefahren verbunden.

Shams Ul Haq erinnert daran, dass es auch solche radikalen Muslime gibt, die radikal denken, aber ihre Radikalität ansonsten für sich behielten.

Antisemitismus in der frühkindlichen Erziehung

Hans-Georg Maaßen spricht über Antisemitismus. Er nimmt ihn als etwas wahr, das jungen Muslimen schon früh „verabreicht“ wird. Es werde insbesondere da immer problematischer, wo der Antisemitismus von radikalen Kräften in die Schulen und die frühkindliche Erziehung getragen wird.

Für Dr. Maaßen eine regelrechte „Gehirnwäsche“. Antisemitismus sei aber nicht per se Merkmal des Islam, er werde nur zunehmend von radikalen Islamisten verbreitet. Er unterscheidet den muslimischen vom politischen Antisemitismus, letzterer bestimme zunehmend auch den Israel-Gaza-Konflikt.

Ulf Küch ist in 45 Jahren Polizeidienst zum Experten für Kriminalität von Migranten geworden. Er erinnert daran, dass es die ersten großen Fluchtbewegungen nach Deutschland schon in den 1980er- und 1990er-Jahren gegeben habe, unter anderem im Zusammenhang mit dem Krieg im Libanon. Das sei für ihn die Geburtsstunde der Clans gewesen.

Ein besonderes Anliegen von Küch an diesem Abend ist es, darauf hinzuweisen, dass es hier eine dramatische Entwicklung dahingehend gegeben habe, dass sich die organisierte Migrantenkriminalität mit Beginn der israelischen Militäraktionen gegen Gaza jetzt auch politisch betätigt: Es geht hier also nicht mehr nur um kriminell erworbenes, schnelles Geld.

Das politische Wollen krimineller Migranten

Aus der Perspektive des ehemaligen Chefs des Bundesverfassungsschutzes sieht Dr. Maaßen diese Entwicklung früher beginnend als Küch. Er stimmt aber im Verlauf des Abends mit Küch darin überein, dass der politische Aspekt von kriminellen Migranten heute zunehmend mit offenem Visier vorgetragen wird.

Der Undercoverjournalist Ul Haq will den ehemaligen Verfassungsschützer zu einem Geständnis bewegen: Islamistischer Terror in Deutschland gehe teilweise auch auf das Konto von V-Männern. Aber Maaßen winkt bestimmend ab, V-Leute werden in ihren Möglichkeiten weit überschätzt.

Dr. Maaßen erinnert die Runde daran, dass 2018 sein damaliger Chef Horst Seehofer endlich Grenzzurückweisungen durchführen lassen wollte. Aber auch drei Jahre nach Beginn der Massenzuwanderung habe Merkel abgewunken und die Einfallstore offengelassen.

Dr. Maaßen pflichtet Herrn Ul Haq bei, dass es viele gut integrierte Muslime gebe, die einfach nicht fassen könnten, dass Deutschland vor Menschen kapituliert, die hierherkommen und sich radikalisieren. Küch und Maaßen sind darin einig, dass sich unser Staat heute bewusst naiv stellt: Der Wille, nicht aufenthaltsberechtigte Migranten abzuschieben, sei von vornherein nicht vorhanden.

Alexander Zwieschowski hatte mit seiner Runde ein glückliches Händchen. Hier stimmt auch die innere Dramaturgie: Ulf Küch erdet die Runde, er kennt die Probleme aus der unmittelbaren Polizeiarbeit. Hans-Georg Maaßen ist der Analyst, seine Aufgabe war es jahrzehntelang, die Exekutive auf kommende Gefahrenlagen hinzuweisen.

Und Shams Ul Haq kennt die Innenansicht der Gefährder wie kein Zweiter, er war besonders dicht dran. Ul Haq selbst ist Muslim. Er weiß, wie zunehmend schwierig es für die muslimische Community in Deutschland geworden ist, verschiedene Strömungen unter einen Hut zu bringen und sich nebenbei auch noch von radikalen Islamisten zu distanzieren.

Fanatische Ideologen und die Asylindustrie

Dr. Maaßen erinnert zudem an Deutsche, die ebenfalls ein Interesse an einer Zuspitzung des Problems haben: linksextremistische Ideologen und „Antideutsche“, welche es für wünschenswert erachten, die einheimische Bevölkerung durch Zuwanderung zu einer Minderheit im eigenen Land zu machen. Als weitere Profiteure neben den „fanatischen Ideologen“ nennt Maaßen eine „Asylindustrie“, die aus Eigeninteresse die Arbeit der Extremisten unterstütze.

Die Sendung lebt von der Spontaneität der Zuschauerfragen und den sich daran entzündenden Debatten der Diskutanten. Das technische Team von Epoch TV bietet dafür die perfekte Kulisse.

Zuletzt lieferten die Neuen Medien nicht immer technisch einwandfrei. Die Öffentlich-Rechtlichen können ihr Equipment demgegenüber auf Milliarden Euro Zwangsgebühren stützen. Epoch Times Deutschland ist hier bestens aufgestellt, die professionelle Präsentation wird zum erkennbaren Mehrwert.

Zum Ende der Sendung gibt es große Einigkeit unter den Diskutanten. Dr. Maaßen erinnert an eine jahrzehntelange enge Zusammenarbeit sozialistischer Regime mit Terroristen:

„Immer unter der Überschrift: Wir müssen die Entrechteten und Unterdrückten befreien vom Joch des Kapitalismus. Und insoweit ist das schon verständlich, dass die linksextremistische Szene mit Islamisten zusammen auf die Straße geht.“

Die Herren Shams Ul Haq und Ulf Küch stimmen hier uneingeschränkt zu. Genau so sei es, betonen beide.

Wohin soll ich noch auswandern?

Wie eingangs erwähnt trägt Alexander Zwieschowski die Fragen der Zuschauer in die Runde. Dazu gehört auch eine mit humoristischem Unterton versehene Abschlussfrage: „Was würden Sie ändern, wenn Sie Bundeskanzler wären?“

Als einziger Politiker der Runde darf Dr. Maaßen beginnen. Er ist überzeugt, dass man als Bundeskanzler sehr viel in kurzer Zeit verändern könne. Er würde mit einem Erlass an den Präsidenten der Bundespolizei beginnen, Zurückweisungen an der Grenze wären damit innerhalb von Minuten erledigt.

Ulf Küch möchte zunächst einmal eine Reihe von Ministern aus „seinem“ Kabinett entfernen. Anschließend stellt er sich einen Runden Tisch vor, um die Spaltung innerhalb der Gesellschaft zu überwinden.

Das Schlusswort gehört Shams Ul Haq, dem es dabei so wunderbar gelingt, die Runde mit einem ansteckenden Lachen zu beenden, als der gebürtige Pakistani auf die Zuschauerfrage, ob man in Deutschland bleiben oder doch auswandern solle, gespielt verzweifelt achselzuckend antwortet:

„Wohin soll ich noch auswandern? Ich bin doch hierher nach Deutschland ausgewandert. Ich kann jetzt nicht mehr weiter auswandern.“ Und der ausgewiesene Terrorexperte verspricht der Runde: „Ich bleibe hier!“

 

 

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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