Die Heuchelei der Monopolisten: Warum die meisten Eliten linksgerichtet sind

Rassengerechtigkeit und Gleichheit sind angesagt. Das wissen auch die Ultrareichen à la Zuckerberg, Bezos, Gates und Co. Doch während sie im Westen Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit propagieren, machen sie in kommunistischen Regimen einen Kotau vor den Diktatoren. Und das hat seine Gründe.
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In dieser chaotischen Zeit ist es nicht leicht, Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Ein Blick auf die Geschichte könnte auf viele Fragen eine Antwort geben.Foto: Cemile Bingol/iStock
Von 12. Mai 2021

„Warum sind alle erfolgreichen Menschen linksgerichtet?“, fragte mich meine Tochter mit einem Lächeln herausfordernd.

„Nicht alle. Die Linken sind nur sehr laut“, antwortete ich. Ich wusste, dass sie Mark Zuckerberg, Jack Dorsey, Jeff Bezos, Tim Cook, Bill Gates und andere mächtige Personen meinte, die die Welt nach ihren Vorstellungen zu verändern versuchen.

Es stimmt allerdings, dass viele Ultrareiche linksgerichtet sind. Warum eigentlich? Ich muss die Antwort finden, denn viele junge Menschen sehen sie als Vorbilder und glauben, dass ihre Überzeugungen die Wahrheit sind.

Außerdem ist mir noch etwas aufgefallen: Warum unterstützen diese Eliten kommunistische Radikale, während die Radikalen ihre Läden zerschlagen und sogar eine Guillotine vor Bezos‘ Haus aufstellen?

Nachdem ich einige Fachbücher gelesen hatte, erfuhr ich, dass das, was jetzt passiert, nichts Neues ist. Seit dem späten 19. Jahrhundert sind die westlichen Eliten vom Kommunismus fasziniert und unterstützen ihn.

Im Streben nach utopischen Idealen wurden traditionelle Werte zerstört, Amerika an den Rand des Sozialismus gedrängt und Hunderte Millionen Menschen auf der ganzen Welt der blutrünstigen kommunistischen Bestie zum Fraß vorgeworfen.

Selbst jetzt ist diese Verfolgung noch im Gange.

Allianz zwischen westlichen Eliten und kommunistischen Revolutionären

Dr. Antony C. Sutton (1925-2002) war ein britisch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Historiker, Professor an der California State University und Forschungsstipendiat an der Denkfabrik „Hoover Institution“ der Stanford University. 

In seinen Büchern „Wall Street and the Bolshevik Revolution“ (zu Deutsch etwa: „Die Wall Street und die Bolschewistische Revolution“) und „Western Technology and Soviet Economic Development“ („Westliche Technik und die wirtschaftliche Entwicklung in der Sowjetunion“) beschrieb er die unbegreiflich scheinende Unterstützung der westlichen Eliten für die sowjetischen Bolschewiken. In einem Interview von 1987 fasste Dr. Sutton seine Erkenntnisse zusammen:

„Sie [Lenin und Trotzki] lancierten eine Revolution mit nicht mehr als etwa 10.000 Revolutionären. Sie brauchten Hilfe aus dem Westen, und sie bekamen Hilfe aus Deutschland, Großbritannien und den USA … 1918 kontrollierten die Bolschewiken eigentlich nur Moskau und Petrograd – das heutige Leningrad.“ 

Sie hätten sich nicht gegen die Weiße Armee wehren können, die Tschechen, die damals in Russland waren, die Japaner, die einmarschierten. Sie hätten sie nicht besiegen können ohne die Hilfe der USA und Großbritanniens.“

„Nach der Revolution … konnten sie [die Bolschewiken] die Fabriken nicht betreiben. Also was tun? ‚Averell Harriman‘ und die ‚Chase National Bank’ und alle Freunde an der Wall Street gingen dorthin.“

„Es gibt diese 250-300 Genehmigungen, mit denen amerikanische Firmen nach Russland gingen – und sie nahmen die stillgelegten Fabriken in Betrieb…“

„All diese Spitzenkapitalisten gingen dorthin und brachten Russland im Auftrag der Bolschewiken in Gang. Denn die Bolschewiken hatten alle Personen, die die Fabriken betrieben hatten, entweder erschossen oder aus Russland hinausgeworfen.“

In seinem Buch „National Suicide: Military Aid to the Soviet Union“ („Nationaler Selbstmord: Militärische Hilfe für die Sowjetunion“) zitierte Sutton aus der Datei „Decimal File 033.1161“ des US-Außenministeriums. Averell Harriman, ein Wall-Street-Banker und der damalige US-Botschafter in der Sowjetunion schrieb in einer Erklärung vom Juni 1944:

Stalin zollte seine Anerkennung für die Hilfe, die die USA der sowjetischen Industrie vor und während des Krieges geleistet hatten. Er sagte, dass etwa zwei Drittel aller großen Industriebetriebe in der Sowjetunion mit der Hilfe oder technischen Unterstützung der USA aufgebaut worden waren.“

Die Handels- und Technologieexporte wurden während des Kalten Krieges fortgesetzt, einschließlich der Zeit des Korea- und Vietnamkrieges. 

Sutton zitierte Shirley Sheibla. Am 4. Januar 1971 schrieb sie in der Zeitung „Barron’s Weekly“: „Die USA waren die ‚Waffenschmiede für den Kommunismus‘ in der Sowjetunion.“ 

Die meisten Waffen, Panzer und Lastwagen der nordkoreanischen und nordvietnamesischen Kommunisten kamen aus der Sowjetunion. [Sie] „wurden in Fabriken hergestellt, die von amerikanischen und europäischen Firmen errichtet und ausgestattet wurden.“

Seit der Präsidentschaft von Woodrow Wilson wurde der Handel mit der UdSSR als ein Weg propagiert, die Bolschewiken „weicher“ zu machen und ihre totalitäre Kontrolle zu lockern. Offenkundig hat das nicht funktioniert. 

Die Welt befand sich während des Kalten Krieges am Rande eines Atomkrieges zwischen der Sowjetunion und den USA. Trotzdem wurde diese Politik mehr als 70 Jahre fortgesetzt. Warum?

Warum unterstützten westliche Eliten den Kommunismus?

Ab dem 18. Jahrhundert entwickelten sich Wissenschaft und Technik rasant. Die Menschen begannen, sich vom Glauben an Gott zu entfernen. Sie nahmen an, dass Menschen sich um alles kümmern können. 

Mit bestimmten Vorkehrungen oder Planungen, so dachten einige, könnte die Menschheit all ihre Leiden loswerden und ein Paradies auf Erden errichten. Verschiedene sozialistische und kommunistische Gedanken schossen wie Pilze aus dem Boden.

Laut dem 1966 erschienenen Buch „Tragedy and Hope“ („Tragödie und Hoffnung“) von Professor Carroll Quigley von der Georgetown University begann ein Oxford-Professor namens John Ruskin im Jahr 1870, seinen Studenten sozialistische Gedanken einzuflößen. 

Nach ihrem Abschluss traten diese Studenten in hohe Gesellschaften in Großbritannien und seinen Kolonien ein und verbreiteten Ruskins Gedanken überall.

Zur gleichen Zeit wurde in den USA ein Mann namens Richard Ely 1881 als Professor und Direktor der Fakultät für politische Ökonomie an der Johns Hopkins University eingestellt. Er wurde in Deutschland ausgebildet und war von der Wohlfahrtsstaatsidee begeistert. 

Laut dem Buch des Finanzforschers Stephen Soukup „The Dictatorship of Woke Capital: How Political Correctness Captured Big Business“ („Die Diktatur des Woke-Kapitals: Wie politische Korrektheit Großunternehmen gefangen nahm“) sollten Elys Gedanken die amerikanische Politik dramatisch verändern – insbesondere durch seinen Schüler Woodrow Wilson, den 28. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten sozialistische Ideen den Geist derjenigen erobert, die an der Spitze der Finanzwelt, der Industrie, der Wissenschaft und der Politik standen. 

Die Eliten sahen den Kommunismus aufgrund ähnlicher utopischer Besessenheit nie als Feind. Stattdessen wurden die kommunistischen Radikalen als eine Kraft betrachtet, die man wie eine Abrissbirne nutzen konnten, um alte Strukturen niederzureißen und eine neue Welt aufzubauen.

Durch ineinander greifende Organisationen und Stiftungen, von der Wall Street unterstützt, haben die Eliten direkten Einfluss auf die Regierungspolitik. Nehmen wir zum Beispiel zwei der Organisationen – die Denkfabrik „Council on Foreign Relations“ (CFR) und die NGO „Institute of Pacific Relations“ (IPR).

Ein Artikel in der Zeitung „Christian Science Monitor“ vom September 1961 wies darauf hin, dass „fast die Hälfte der Mitglieder der [CFR] eingeladen wurden, offizielle Regierungspositionen zu übernehmen oder als Berater zu fungieren.“ 

Rene A. Wormser, der General Counsel des Reece-Komitees des 83. US-Kongresses, wies darauf hin, dass die CFR „praktisch zu einer Agentur der Regierung wurde, als der Zweite Weltkrieg ausbrach“ und „überwältigend die globalistische Idee propagierte.“

Die NGO „Institute of Pacific Relations“ (IPR) wurde 1925 in vielen pazifischen Nationen eingeführt. In „Tragedy and Hope“ schreibt Professor Quigley:

„Die meisten dieser Auszeichnungen für die Arbeit im fernöstlichen Raum erforderten die Genehmigung oder Empfehlung von Mitgliedern der IPR …“.

„Und schließlich kann es kaum einen Zweifel daran geben, dass Beraterjobs in fernöstlichen Angelegenheiten im US-Außenministerium oder anderen Regierungsbehörden weitgehend auf die von der IPR genehmigte Personen beschränkt waren.“

Der Kongress befand die IPR als „praktisch ein Organ der Kommunistischen Partei der Vereinigten Staaten“, so Rene A. Wormser.

Die Macht von CFR und IPR, neben den Einflüssen von anderen Organisationen und Stiftungen der Wall Street, erklären, warum die Appeasement-Politik gegenüber der Sowjetunion jahrzehntelang andauern konnte. 

Dies ist auch der Grund, warum China und osteuropäische Länder nach dem Zweiten Weltkrieg unter die kommunistische Herrschaft fallen konnten, heißt es in dem Buch „The Naked Capitalist“ („Der nackte Kapitalist“) von W. Cleon Skousen.

Monopolisten und Kommunisten hassen den freien Markt des Kapitalismus.

Um die Beziehung zwischen Eliten und Kommunisten besser zu verstehen, müssen wir den Einfluss von Karl Marx beiseite lassen.

Marx benutzte vereinfachte Kategorien, um Menschen zu charakterisieren, und machte jede Beziehung zu einem Klassenkampf. 

Für ihn sind die Bourgeoisie (Kapitalisten) und die Proletarier (Arbeiter) angeborene Feinde – wie Tag und Nacht oder Schwarz und Weiß. Dies ist ziemlich irreführend. Nicht alle Proletarier und nicht alle Kapitalisten sind gleich. 

Die meisten Kapitalisten konkurrieren ehrlich auf dem Markt, während eine kleine Anzahl von ihnen, die Monopolisten, „politisch werden“ und „die Gesellschaft für sich arbeiten lassen“, meinte Sutton.

Für Monopolisten sind Laissez-faire-Unternehmer und der Kapitalismus des freien Marktes ziemlich lästig. Laut Suttons Buch „Wall Street and FDR“ („Die Wall Street und Franklin D. Roosevelt“) verwenden die Bankiers der Wall Street Wörter wie „zerstörerisch“, „gnadenlos“ und „blind“, um den Wettbewerb zu beschreiben. 

Sie bevorzugen erzwungene „Zusammenarbeit“ oder wirtschaftliche Planung, während sie selbst alles planen oder die Regeln bestimmen.

Frederic C. Howe beschrieb die Mentalität der Monopolisten anschaulich in seinem 1906 erschienenen Buch „The Confessions of a Monopolist“ („Die Bekenntnisse eines Monopolisten“):

Dies sind die Regeln des Großkapitals. Sie haben die Lehren unserer Eltern verdrängt und lassen sich auf eine einfache Maxime reduzieren: Gewinne eine Monopolstellung; lass die Gesellschaft für dich arbeiten.“

„Und vergiss nicht: Das beste aller Geschäfte ist die Politik, denn eine gesetzlicher Beihilfe, Lizenz, Subvention oder Steuerbefreiung ist mehr wert als eine Gold- oder Silbermine, da sie keine Arbeit – weder geistig noch körperlich – für ihre Ausbeutung erfordert.“

Im ökonomischen Sinne können wir eine Gemeinsamkeit zwischen Eliten und kommunistischen Radikalen erkennen. 

Beide wollen durch politische Kontrolle Dinge umsonst bekommen – entweder durch Rauben und Töten, um sich das Eigentum anderer Menschen anzueignen, oder durch politische Mittel, um durch Monopole großen Reichtum zu erlangen.

Mit anderen Worten, obwohl sie ihren Erfolg in freien Gesellschaften feiern, bevorzugen die Eliten politische Systeme mit strenger Regierungskontrolle, sei es der sowjetische Sozialismus oder nationalsozialistische Regime – wie Nazi-Deutschland oder das gegenwärtige Regime der Kommunistischen Partei Chinas (KPC). 

Denn totalitäre Nationen haben etwas, das liberalen Demokratien fehlt: Mächtige Machthaber, mit denen sich die Eliten verbünden können, um Monopole zu erlangen.

In seinem Buch „Wall Street and the Rise of Hitler“ („Die Wall Street und der Aufstieg Hitlers“) zeigte Sutton anhand von detaillierten Nachweisen, wie die Wall Street den Weg für Hitler ebnete, den Zweiten Weltkrieg anheizte und riesige Profite machte.

Die Beschwichtigungspolitik gegenüber der Sowjetunion wurde seit den 1970er-Jahren auch auf das KPC-Regime ausgedehnt, und das, obwohl die KPC als die größte Bedrohung für die USA dargestellt wurde. 

Wenn Präsident Trump sie nicht gestoppt hätte, wäre diese Politik wahrscheinlich fortgesetzt worden.

Linke Ideologie: Unverändert seit Jahrhunderten

Die Zeit vergeht wie im Flug. Im 21. Jahrhundert scheinen die riesigen Vermögensverwaltungsgesellschaften mächtiger zu sein als die angestammten Bankendynastien. Die kürzlich reich gewordenen Chefs von Technologieunternehmen stellen die CEOs von Ford oder General Motors in den Schatten. 

Menschen verändern sich. Unternehmen ändern sich. Aber die linke Ideologie, die viele von ihnen umklammern, bleibt dieselbe – dank einer jahrhundertlangen Gehirnwäsche durch Bildung und Medien.

Ein beliebtes Konzept ist heutzutage die neue Weltordnung. Sie ist jedoch nicht neu. Am Ende der beiden Weltkriege und des Kalten Krieges war davon die Rede, und auch im Jahr 2008. 

Neue Weltordnungen durchzusetzen, war schon immer ein lukratives Ziel für internationale Eliten, wie es in Quigleys Buch „Tragedy and Hope“ heißt:

„… Die Mächte des Finanzkapitalismus hatten ein weiteres weitreichendes Ziel: Nichts Geringeres als ein globales System der finanziellen Kontrolle in privaten Händen zu schaffen, das das politische System in jedem Land und die gesamte globale Wirtschaft dominieren kann.“

Die aufsteigende Macht des chinesischen kommunistischen Regimes ist die treibende Kraft, um die derzeitige regelbasierte Weltordnung zu ersetzen, die auf der liberalen Demokratie aufbaut. Das prestigeträchtige Weltwirtschaftsforum (WEF) spricht seit Jahren davon, wie notwendig ein Wandel ist. 

Während es den „spektakulären Aufstieg Chinas“ bewunderte, wies es Demokratien zurück – als „fehlende Anreizsysteme, um übergeordnete und längerfristige Notwendigkeiten anzugehen“.

Die COVID-19-Pandemie, die 2020 begann, wurde von einigen Eliten als eine seltene Gelegenheit gesehen, die Karten neu zu mischen. 

Ein neuer Slogan – „The Great Reset“ („Großer Neustart“) – wurde als Thema für die WEF-Jahrestagungen 2020 und 2021 verwendet. Klaus Schwab, der Gründer des WEF, formulierte es so:

„Um ein besseres Ergebnis zu erzielen, muss die Welt gemeinsam und schnell handeln, um alle Aspekte unserer Gesellschaften und Volkswirtschaften umzugestalten – von der Bildung bis zu Gesellschaftsverträgen und Arbeitsbedingungen. Jedes Land, von den USA bis China, muss sich daran beteiligen, und jede Branche, von Öl und Gas bis zur Technologie, muss umgestaltet werden.“

„Kurz gesagt, wir brauchen einen ‚Great Reset‘ des Kapitalismus.“

Klingt beängstigend, oder? Der von radikalen Linken vorgeschlagene „Green New Deal“ passt perfekt in diese Vision, denn eine der Begründungen für den „Great Reset“ ist der Klimawandel.

Sie fragen sich vielleicht, warum die Eliten auf den „Great Reset“ drängen? Wie würden sie von ihm profitieren?

Man darf nicht vergessen: Wenn die Weltordnung neu gestaltet wird, werden alte Strukturen abgebaut, neue Industrien geschaffen und neue Märkte erschlossen. 

Personen mit Verbindungen zu oberen Etagen der Macht haben reichlich Gelegenheit, deutlich von diesem Vorgang zu profitieren. Unzählige andere werden bei der Umstrukturierung jedoch an den Rand gedrängt werden, wie die Arbeiter der Keystone XL-Pipeline.

Laut Justin Haskins, dem redaktionellen Leiter des „Heartland Institute“, lautet die Grundidee hinter dem „Great Reset“: 

„Wir brauchen eine Form des Sozialismus – ein Wort, das das Weltwirtschaftsforum absichtlich vermied, während es unzählige sozialistische und progressive Pläne forderte.“ Ist das nicht der wahr gewordene Traum der linken Eliten?

Ida Auken, Young Global Leader des WEF, beschrieb die zukünftige Gesellschaft, die das WEF für uns bereithält:

„Willkommen im Jahr 2030. Willkommen in meiner Stadt – oder sollte ich sagen, ‚unserer Stadt‘. Ich besitze nichts. Ich besitze kein Auto. Ich besitze kein Haus. Ich besitze keine Geräte und keine Kleidung.“

„Es mag Ihnen vielleicht seltsam erscheinen, aber für uns in dieser Stadt macht es absolut Sinn. Alles, was wir einmal für ein Produkt hielten, ist jetzt zu einer Dienstleistung geworden. Wir haben Zugang zu Transport, Unterkunft, Nahrung und all den Dingen, die wir in unserem täglichen Leben benötigen. Nach und nach wurden all diese Dinge kostenlos, so dass es für uns keinen Sinn mehr macht, viel zu besitzen.“

„Einkaufen? Ich kann mich nicht wirklich daran erinnern, was das ist. Für die meisten von uns hat es sich in die Auswahl von Dingen verwandelt, die wir benutzen wollen.“

„Ab und zu ärgere ich mich über die Tatsache, dass ich keine wirkliche Privatsphäre habe. Kein Ort, wo ich hingehen kann, ohne registriert zu werden. Ich weiß, dass irgendwo alles, was ich tue, denke und träume, aufgezeichnet wird.“

Ein typisches Bild einer Utopie mit einer zeitgemäßen Wendung, oder? Es ist derselbe Traum, dem die Linken seit über einem Jahrhundert hinterher jagen, derselbe Traum, der dazu benutzt wurde, um den Mord an Millionen von Menschen zu rechtfertigen.

Beängstigend ist jedoch, dass es nicht länger ein Traum ist. Sondern es ist etwas, das bereits jedem aufgezwungen werden kann. 

Mit den ESG-Anlagekriterien – einem neuen Standard des WEF in Umwelt, Gesellschaftsfragen und Corporate Governance – nutzen mächtige Investmentfonds an der Wall Street ihre Macht, um Aktiengesellschaften im Westen dazu zu zwingen, sich nach ihren Werten zu richten. Soukup erfasst den Kern davon brillant:

„Warum, so fragt der utopische Investor, sollten wir den Erfolg eines Unternehmens ausschließlich an der Anzahl der Smartphones messen, die es pro Quartal verkauft –multipliziert mit den Kosten für ein Smartphone, abzüglich der Kosten, die mit der Herstellung und dem Vertrieb dieser Smartphones verbunden sind?“ 

„Warum sollten wir Erfolg nicht so definieren, dass in ihm unsere Überzeugungen und Werte berücksichtigt werden? Warum sollten wir der Gleichung nicht eine weitere Variable hinzufügen – eine, die den ‚Fußabdruck’ misst, der mit der Herstellung und dem Vertrieb der Smartphones verbunden ist?“ 

„Warum sollten wir – angesichts der Macht, die uns die Kontrolle über das Kapital verleiht – nicht verlangen, dass sich unsere Werte in der Investition dieses Kapitals widerspiegeln?“ 

„Warum sollten wir nicht darauf bestehen, dass unsere Werte – die religiöser Natur und in den Wahlkabinen unbeliebt sind – der Standard für die Teilnahme an unserem System sind?“

An die jungen Menschen, die dieselben linken Überzeugungen und Werte vertreten: Wenn ihr von den Versprechen der Eliten zu Tränen gerührt seid, denkt zweimal nach. Sie meinen es nicht ernst.

„Moral“ als Keule gegen Andersdenkende

Die Linken messen andere gewöhnlich an der von ihnen festgelegten moralischen Norm. Sie verhöhnen die Konservativen, weil sie sich an Gott, Waffen und die Verfassung klammern. In Wirklichkeit nehmen sie ihre eigene „moralische Norm“ nicht sehr ernst.

In seinem Buch analysiert Soukup die Worte und Handlungen der CEOs der mächtigsten Unternehmen der Welt. Einige von ihnen mögen „utopische Fundamentalisten“ sein – doch wenn die Interessen es erfordern, würden sie nicht zögern, ihre Überzeugungen zu brechen oder sogar umzukehren. Ich möchte einige Beispiele aus seinem Buch und einigen anderen Quellen anführen:

„BlackRock“ ist die größte Vermögensverwaltungsgesellschaft der Welt und Spitzenreiter der ESG-Bewegung. Durch die unglaubliche Kapitalkraft der Gesellschaft zwingt ihr CEO, Larry Fink, seine sozialen Ideale vielen Unternehmen auf.

Zu beachten ist jedoch, dass „BlackRock“ das Geld verwaltet, aber nicht besitzt. Soukup meinte in einem Interview mit Joshua Philipp: 

„Es ist Ihr Geld, es ist mein Geld, es ist [das Geld] des Kerls, der in seine betriebliche und individuelle Altersvorsorge investiert. Es ist sein Geld, das ‚BlackRock‘ benutzt, um den Markt zu kontrollieren und ihre Überzeugungen darüber zu etablieren, wohin die Wirtschaft gehen und wie sie politisch agieren sollte.“ 

Es ist unser Geld, das sie benutzen, um den Märkten ihren Willen aufzuzwingen, und im Wesentlichen dem amerikanischen Volk.“

Während sie US-Unternehmen zwingt, ihre Nachhaltigkeitsstandard zu erfüllen, gibt es für chinesische Unternehmen keine solche Anforderung. Denn laut Larry Fink wird „China langfristig eine der größten Gelegenheiten für ‚BlackRock‘ darstellen.“

Soukup wies auch darauf hin, dass „BlackRock“ der größte Anteilseigner von PetroChina ist – einem staatlichen Erdölunternehmen in China. 

Es ist nicht nur „un-grün“, sondern es finanziert auch das Regime von Omar al-Bashir im Sudan, das moderne Sklaverei betreibt und als „ein vom US-Außenministerium sanktionierter staatlicher Sponsor des Terrorismus“ bezeichnet wurde.

Heuchelei der Ultrareichen

Tim Cook, CEO von Apple Inc., ist ein glühender Verfechter von „Rassengerechtigkeit und Gleichheit“. Laut einem Bericht der „New York Times“ vom 30. November 2020 ist Apple jedoch eines der wenigen multinationalen Unternehmen, die Lobbyarbeit betrieben, um das Gesetz zur Verhinderung uigurischer Zwangsarbeit zu schwächen. 

Uigurische Muslime in China sind Opfer von Völkermord durch die KPC, so das US-Außenministerium. Apple ist eines von 82 Unternehmen, die potenziell von uigurischer Zwangsarbeit profitierten, so der Bericht der Denkfabrik „Australian Strategic Policy Institute“ vom März 2020. 

Darüber hinaus wird das Kobalt, das in den Batterien von Apple-Produkten verwendet wird, hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo von Kinderarbeitern abgebaut.

Was Mark Zuckerberg von Facebook und Jack Dorsey von Twitter betrifft: Sie gehen hart gegen Donald Trump vor und sind ach so „rechtschaffen“, um die „soziale Gerechtigkeit“ zu verteidigen – sie wagen es jedoch nicht, auch nur ein Wort gegen KPC-Generalsekretär Xi Jinping zu äußern. 

Genau genommen, um dem KPC-Regime zu gefallen und Zugang zum riesigen chinesischen Markt zu erhalten, joggte Zuckerberg auf dem versmogten Platz des Himmlischen Friedens, hatte ein angenehmes Treffen mit dem Propagandachef der KPC, Liu Yunshan, und wandte sich persönlich an Xi Jinping, um ihn zu bitten, seinem ungeborenen Kind einen Namen zu geben.

Am 21. März 2016 traf sich Chinas Ministerpräsident Li Keqiang mit den Geschäftsführern der erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Unter den Anwesenden war auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg (vorne rechts). Foto: Kenzaburo Fukuhara – Pool/Getty Images

Dorsey ist da nicht besser. Berichten zufolge entfernte Twitter im Jahr 2019 einige Konten chinesischer Dissidenten kurz vor dem 30. Jahrestag des Tiananmen-Massakers. 

Außerdem wurden Tweets von Rudy Guiliani und dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro entfernt, die die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin bei der Behandlung von COVID-19 erwähnten. Sie wurden beschuldigt, „Fehlinformationen zu verbreiten“. 

Doch Konten chinesischer Staatsmedien, die den Ursprung von COVID-19 in Tiefkühlkost aus Europa und Italien sahen, erhielten keine Warnung von Twitter.

Google ist ein ähnlicher Heuchler. Mit dem Motto „Tue nichts Böses“ zögert es nicht, mit Chinas staatlich geförderter Top-Universität, der Tsinghua-Universität, an seiner Technologie für künstliche Intelligenz (KI) zu arbeiten. 

Einige Abteilungen der Tsinghua stehen unter der direkten Leitung der Kommission für Wissenschaft, Technik und Industrie der Landesverteidigung der KPC. 

Peter Thiel, der Mitbegründer von Paypal, fragte einmal die Mitarbeiter der KI-Abteilung von Google, ob ihre Technologie gegen Uiguren eingesetzt werden würde. Die Antwort darauf war: „Nun, in Wirklichkeit wissen wir das nicht und stellen keine Fragen.“ 

Das US-Verteidigungsministerium wurde jedoch ganz anders behandelt. Im Jahr 2018, dem Jahr, in dem Google eine Partnerschaft mit Tsinghua einging, annullierte Google seinen Vertrag mit dem Pentagon, um zu verhindern, dass seine KI-Technologie für militärische Zwecke genutzt wird.

Hollywood-Studios und Firmen stellen sich als linke Fahnenträger auf und orchestrieren alle möglichen Proteste gegen konservative Gesetze. Um Zugang zum chinesischen Markt zu bekommen, kommen sie dabei gerne allen Forderungen der KPC nach. 

Die „Walt Disney Company“ hatte nichts dagegen, für ihren Film „Mulan“ mit den Propagandaabteilungen und dem Büro für öffentliche Sicherheit in der Provinz Xinjiang zusammenzuarbeiten – der Region, in der Uiguren inhaftiert, gefoltert und versklavt werden.

Was die Mainstream-Medien betrifft, so sind sie zu Aktivisten geworden, die den Narrativen der Linken dienen. 

Sharyl Attkisson, eine fünffach mit dem Emmy Award ausgezeichnete investigative Reporterin und ehemalige TV-Moderatorin bei „CBS News“, „CNN“ und „PBS“, schrieb diese traurigen Kommentare in ihrem Buch „Slanted: How the News Media Taught Us to Love Censorship and Hate Journalism“ („Schieflage: Wie die Nachrichtenmedien uns lehrten, die Zensur zu lieben und den Journalismus zu hassen“):

„In [dem Roman] 1984 führt das staatliche Ministerium für Frieden Krieg. Das Ministerium für Liebe wendet grausame Bestrafung an. Das Ministerium für Wahrheit fälscht historische Aufzeichnungen.“

„Im Jahr 2020 haben wir unsere eigenen Fassungen:
Faktenchecker schreiben schräge Meinungen fest.
Wissensjäger beseitigen die Wahrheit.
Agenda-Redakteure gestalten Online-Wissen.
Zensur kontrolliert die freie Meinungsäußerung.
Nachrichten sind keine Nachrichten.
Und ihr seid keine Konsumenten, sondern das Produkt.“

Es ist nicht mehr nötig, noch mehr anzuführen. Die Botschaft, die ich vermitteln möchte, ist, dass man diesen „erfolgreichen“ Menschen und ihren Sprachrohren nicht blind vertrauen sollte.

Was sagte ich meiner Tochter?

1983, bei der Verleihung des Templeton-Preises in London, begann Alexander Solschenizyn, ein Überlebender des sowjetischen Gulags, seine Rede mit den folgenden denkwürdigen Worten:

„Vor mehr als einem halben Jahrhundert, als ich noch ein Kind war, gaben einige ältere Menschen die folgende Erklärung für die großen Katastrophen, die Russland heimgesucht hatten: Die Menschen haben Gott vergessen, deshalb ist das alles geschehen.“

„Seitdem habe ich fast fünfzig Jahre damit verbracht, die Geschichte unserer Revolution zu erforschen … Aber wenn ich heute gebeten würde, die Hauptursache der ruinösen Revolution, die etwa sechzig Millionen unseres Volkes verschlungen hat, so prägnant wie möglich zu formulieren, könnte ich es nicht genauer ausdrücken, als zu wiederholen: Die Menschen haben Gott vergessen, deshalb ist das alles geschehen.“

Viele Prophezeiungen in der Geschichte sagten voraus, dass vor der Ankunft des Schöpfers der Kommunismus herrschen und der Glaube verloren gehen würde. 

Das kommunistische Gespenst ist sehr trügerisch. Es spielt nicht nur mit den menschlichen Lastern und schöpft daraus Energie – mit falschen Geschichten appelliert es auch an das Mitleid der Menschen.

Ich sagte meiner Tochter, es sei wichtig, dass sie in dieser chaotischen Zeit unterscheiden kann, was wahr und was falsch ist. 

Was du liest, siehst und glaubst, wird deine Entscheidungen im Leben beeinflussen. Doch letzten Endes bist du selbst für alles verantwortlich, was du tust, und für jede Entscheidung, die du triffst.“

„Sei deshalb klug, anstatt zum Spielball derer zu werden, die eigennützige Motive haben. Denn du kannst keinem anderen die Schuld zuschieben, wenn du hier unter den Menschen und im Jenseits beurteilt wirst.“

Jean Chen kommt ursprünglich aus China. Sie schreibt unter einem Pseudonym, um ihre Verwandten in China zu schützen.

Dieser Artikel erschien im Original auf The Epoch Times USA unter dem Titel: A Mom’s Research (Part 4): Why Are Many Elites Leftists?(deutsche Bearbeitung von as)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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