Ratschläge einer Großmutter an die Eltern von Heute

Vor langer Zeit wurden die Ältesten einer Familie, einer Gemeinde für ihre Weisheit verehrt. In der modernen Gesellschaft fehlt diese Art von Respekt. Lesen Sie hier die Ratschläge einer Großmutter, welchen Rat sie den Eltern von Heute geben würden.
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Nicht nur "Mama ist die Beste", sondern auch "Oma ist die Beste!"Foto: iStock
Epoch Times4. Dezember 2018

Heute haben viele Eltern das Glück, dass ihre eigenen Eltern im Leben ihrer Kinder eine aktive Rolle spielen können. Dieses gemeinsame generationsübergreifende Erleben und all die Erfahrungen, die weitergegeben werden können, sind für viele Familien ein Segen und eine Bereicherung. Und zwar für jedes Familienmitglied – für den Urenkel ebenso wie für die Großmutter.

Nichtsdestotrotz kann es gerade in der heutigen Zeit oft geschehen, das die Weisheit und Erfahrung derer übersehen werden, die sich erst in der Generation der Großeltern widerspiegeln. Denn sehr oft leben Familien sehr weit auseinander, oder der Alltagsstress lässt kleine Momente nicht zu, die aber für jeden hilfreich sein könnten.

Im Interview mit The Epoch Times haben Großeltern uns folgende Ratschläge an die Eltern von heute mitgegeben:

Sei ein Elternteil, kein Freund!

„Ihre Kinder werden viele Freunde haben, aber sie haben nur ein Paar Eltern, Sie“, sagte die Großmutter Antoinette Kuritz aus La Jolla, Kalifornien. Freunde behandeln einen anders, Eltern sind ganz klar auch Respektpersonen und sind Tag und Nacht in irgendeiner Form dem Kind verbunden.

„Sei wirklich Vater oder Mutter. Es geht sehr wohl darum, auch Grenzen zu setzen. Eltern wollen immer das Beste für ihr Kind, sie sind in der Lage, dem Kind zu helfen, erkennen das Potenzial, das in dem Kind steckt, sowohl auf der intellektuellen, emotionalen, physischen und spirituellen Ebene. Bringe ihnen Manieren bei. Zu viele Kinder wachsen mit dem Gefühl auf, dass ihre Freiheit dort endet, wo die Zehen eines anderen beginnen.“

Die Welt der Technik sollte nicht den Alltag eines Kindes beherrschen.

„Legen Sie in Ihrer Familie technikfreie Zeiten fest, um die persönliche Kommunikation zu fördern“, riet Kuritz. „Und das bedeutet, dass diese Zeiten auch für Sie als Erwachsener technisch frei sein sollten. Denn wie soll ein Kind etwas begreifen, wenn die Eltern es nicht vorleben?“

Technikfreie Zeiten erhöhen das Miteinander – aber diese Zeit muss auch für Eltern frei von Technik sein. Foto: iStock

Überfordere Dein Kind nicht.

„Erwarten Sie nicht zu viel von Ihrem Kind“, sagte Großmutter Carol Chamberlain aus Sacramento, Kalifornien. „Die meisten erhalten kein College-Stipendium, und sie verpassen sonst Familienleben und viel kreative Zeit, die sehr viel sinnvoller sein kann, als den ganzen Tag nur zu büffeln, oder irgendwelchen Hobbys nachzurennen. Die meisten Kinder sind tatsächlich auch von ihrer Freizeit gestresst.

Entspanne Dich.

„Machen Sie sich keine Sorgen über Nichtigkeiten und Bagatellen“, sagte Großmutter Michelle Morton aus Raleigh, North Carolina. „Ich finde es großartig, wenn alles seine Routine hat und all das erledigt zu haben, was ansteht, aber am Ende des Tages ist es wichtig, Zeit miteinander zu verbringen. Es wird niemandem weh tun, wenn Sie nach dem Schlafengehen aufbleiben, auf dem Boden im Wohnzimmer essen oder wenn Sie zum Abendessen ‚nur‘ Eis essen.“

Genieße diesen kostbaren Moment.

„Genießen Sie Ihr Kind so oft Sie können!“, sagte Kuritz. „Sie wachsen sehr schnell auf. Machen Sie das Beste aus diesen Elternjahren.“

Auch habe ich die Großeltern gefragt, was sie glauben, wofür Kinder heutzutage Verständnis entwickeln sollten. Sie boten die folgenden Einsichten:

Sei offen und großzügig anderen Menschen gegenüber.

„Ich möchte, dass meine Enkel wissen, dass sie für sich selbst und für andere von Wert sind“, sagte Kuritz, „und es ist eine unglaubliche Freude, nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben.“

Schätze Deine Familie.

Die Großmutter Maria Calautti aus Ontario, Kanada, sagte: „Ich hoffe, dass Kinder von heute auf gesundem Weg erwachsen werden dürfen und den Wert einer Familie kennen, nicht nur die unmittelbare Familie, sondern auch die erweiterte Familie. Ich hoffe, sie wachsen auf und verstehen etwas von Familientraditionen, erleben ihre eigenen Traditionen und schätzen die alten Gebräuche und Rituale der vorherigen Generationen.“

Zwei Kinder in traditioneller Tracht in Bayern. Foto: iStock

Respektiere die Altvorderen.

„Hört euch ältere Menschen wie eure Großmutter an“, sagte die Großmutter Vicki Woods aus Butler, Tennessee. „Sie können viel Spaß machen und sicherlich viele Fragen zu Leben und Tod beantworten.“

Vertraue auf dein Bauchgefühl.

„Vertraue auf deine Intuition“, fügte Woods hinzu. „Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, ist es wahrscheinlich auch nicht gut. Das kann man dann nur alleine für sich entscheiden. Und das braucht Selbstbewusstsein.“

Wissen, was wirklich wichtig ist.

„Ich hoffe, dass sie mit dem Verständnis aufwachsen, dass es im Leben nicht nur um Geld und Ansprüche geht. Es geht um Mitleid, Liebe, Verständnis und Demut.“, so Calautti.

Sei nicht so streng.

Morton wünscht sich, dass sie schon vor langer Zeit den Rat in Erwägung gezogen hätte, „…als Eltern nicht so streng gewesen zu sein, und die Zügel von Zeit zu Zeit auch mal schleifen lassen. Es geht so schnell vorbei, diese intensive Familienzeit. Ich wünschte, ich hätte etwas weniger arbeiten können, um mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen“, sagte Calautti. „Mir wurde gesagt, dass die Zeit sehr schnell vergeht. Ich wünschte nur, ich hätte es damals auch gewusst, wie wahr diese Erkenntnis tatsächlich ist.“

Und welchen Rat hätten sie sich gewünscht, als sie selbst junge Eltern waren?

Kuritz wünschte, sie hätte sich mehr Zeit für Entspannung genommen, und wäre damit so manches Mal gelassener gewesen.

„Rückblickend betrachtet, hätten Haus und Essen nicht ganz so perfekt sein müssen. Obwohl ich viel mit meinen Kindern gespielt habe, so wünsche ich mir heute, ich hätte noch mehr Zeit mit ihnen verbracht.“, sagte sie mit einem kleinen Anflug von Wehmut.

Zeit schreitet immer nur vorwärts, nimmer rückwärts.

Zeit ist das kostbarste Geschenk, denn man bekommt keine Sekunde zurück. Foto: Oliver Berg/Illustration/dpa

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: Grandmotherly Advice for Today’s Parents (deutsche Bearbeitung Jacqueline Roussety)



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