Tomaten aus dem eigenen Garten: März ist Saat- und Pflanzzeit

Die neue Gartensaison steht vor der Tür und wer im Jahr 2023 auf Selbstversorgung aus dem eigenen Hausgarten setzt, sollte jetzt seine Gartenbeete vorbereiten, die ersten Saaten aussäen und Jungpflanzen wie Tomaten vorziehen.
Titelbild
Tomatenjungpflanzen in Töpfe vereinzelt.Foto: iStock
Von 28. Februar 2023

Wer überlegt, ob ein eigener Gemüsegarten die Mühe wert ist, bedenke die Belohnung: Eigenes Gemüse, Gurken oder Tomaten bieten unvergleichliche Geschmackserlebnisse. – Und durch den Kontakt mit Erde und dem darin lebenden Mycobacterium vaccae wird das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Außerdem tankt man beim Arbeiten in der Sonne Vitamin D und das Immunsystem wird gestärkt. Der März ist der perfekte Monat, um im Garten zu beginnen.

Gartenbeet vorbereiten

Sobald der Boden etwas abgetrocknet ist und sich erwärmt hat, kann er bearbeitet werden. Zuvor werden noch eventuelle sich im Beet befindende Wintergemüse wie Lauch oder Grünkohl geerntet, und Unkraut, Steine und altes Pflanzen- und Mulchmaterial beseitigt.

Den Gartenboden nun vorsichtig lockern und lüften. Je lockerer der Boden, umso besser können sich die Wurzeln der Gemüsesorten entwickeln. Je behutsamer dabei vorgegangen wird, umso besser bleiben Mikroorganismen und Kleinstlebewesen im Boden erhalten. Am besten eignet sich dafür eine Gartenkralle, aber auch Grabegabel, Harke oder Rechen können alternativ verwendet werden.

Durch Einarbeiten von Kompost oder Naturdünger wird der Boden mit wichtigen Nährstoffen angereichert, die die Bodenlebewesen aktivieren. Diese geben in weiterer Folge die Nährstoffe an das Gemüse wieder ab. Ist die Erde fein und eben aufbereitet, können die ersten Samen gesät und Pflanzen gesetzt werden.

Direktsaat und Jungpflanzenanzucht

Für die ersten Direktsaaten ins Beet eignen sich Spinat, Radieschen, Frühkarotten, Pastinaken, Schnitt- und Wurzelpetersilie, Blattkoriander, aber auch Rucola und Schnittsalat.

Verschiedene Pflücksalate, Lollo-Salate in grün und rot sowie Kopfsalate können als vorgezogene und abgehärtete Jungpflanzen jetzt ins Beet gesetzt werden. – Besonders geeignet sind alte Sorten wie Maikönig, Grazer Krauthäuptel und Forellenschluss. Diese sind meist ab März beim Gärtner oder auf Pflanzenmärkten erhältlich. Ebenso werden Kohlrabi und Brokkoli im März gepflanzt, so kann die erste Ernte ab Ende April bis Anfang Mai folgen.

Wer einen zumindest ansatzweise grünen Daumen hat, kann Salatjungpflanzen auch selbst vorziehen. Dafür die Samen in Anzuchtschalen auf Aussaaterde aussäen und bei 10 bis 16 Grad Celsius an einem hellen Standort keimen lassen. Salate sind Lichtkeimer, daher nur ganz leicht mit Erde bedecken. Nach dem Aufgehen die Pflänzchen in einzelne Töpfe setzen. Nach etwa vier Wochen können die Pflanzen ins Gartenbeet. Kohlrabi und Brokkoli funktionieren genauso, wünschen sich aber eine etwas wärmere Keimtemperatur von 16 bis 20 °C.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Samen direkt ins Gartenbeet oder Mistbeet zu säen und die kleinen Pflanzen dann direkt im Gartenbeet auseinanderzusetzen.

Tomaten vorziehen

Auch für Tomaten bedarf es keines großen Gartens, es reicht ein geschützter sonniger Platz an der Hauswand oder ein Balkon, um Tomaten zu kultivieren. In Verbindung mit der Aussicht, eigene, voll ausgereifte, leuchtend rote Tomaten zu ernten, ist es für viele ein Anreiz, mit dem Gärtnern zu beginnen.

Tomaten sind sehr wärmeliebend und können erst ab Mitte Mai, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind, ins Freie. Damit Tomaten in unserer Klimazone rechtzeitig von Sommer bis Herbst geerntet werden können, müssen deshalb kräftige Tomaten-Jungpflanzen in warmen Innenräumen vorgezogen werden.

Der beste Zeitpunkt für die Tomatenaussaat ist Mitte bis Ende März. Eine frühere Aussaat ergibt nur Sinn, wenn die Tomatenpflanzen ab April in einem frostgeschützten Gewächshaus weiterwachsen können. Ist der Standort zu warm und/oder ist zu wenig Licht vorhanden, wachsen die Triebe dünn und lang und sind weniger widerstandsfähig und ertragreich.

Für die eigene Anzucht empfehlen sich samenfeste Sorten. Diese sind meist widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und intensiver im Geschmack. Außerdem können sie weitervermehrt werden.

Tomatensprösslinge mit Keimblättern. Foto: iStock

So gelingt die Aussaat:
  1. Anzuchtschalen gleichmäßig mit nährstoffarmer, lockerer Anzuchterde befüllen.
  2. Die Samen mit ausreichend Abstand (1,5 bis 2 cm) aussäen und leicht mit Erde bedecken.
  3. Die Erde gleichmäßig mit Wasser besprühen, sodass alles gut durchfeuchtet ist. Vorsicht: Mit einer Gießkanne besteht die Gefahr, die Samen wegzuspülen.
  4. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 20 bis 25 °C. Für ein optimales feuchtwarmes Mikroklima, die Anzuchtschalen mit einer durchsichtigen Folie abdecken. Kleine Löcher in der Folie sorgen dafür, dass die Luft zirkulieren kann. Zusätzlich öfter lüften.
  5. Die Anzuchtschalen an ein helles Fenster stellen, direkte Sonneneinstrahlung bis zur Keimung jedoch vermeiden, und die Erde gleichmäßig feucht halten. Die Keimzeit beträgt durchschnittlich 10 bis 14 Tage.
  6. Sobald die ersten Keimblätter sprießen, brauchen sie mehr Licht, ein Südfenster ist jetzt ideal. Für kräftiges Wachstum sollte die Temperatur nur noch bei 16 bis 18 °C liegen.
  7. Zeigt sich neben den Keimblättern das erste Blattpaar, ist es Zeit, die Tomaten in kleine Töpfe von etwa 10 cm Durchmesser umzusetzen. Die Töpfe mit guter Gemüseerde füllen, die Pflänzchen vorsichtig aus der Anzuchtschale heben und bis zu den Keimblättern einpflanzen.
  8. Tomatenpflanzen benötigen für ihr Wachstum viel Licht, die ersten beiden Tage jedoch keine direkte Sonne. Die optimale Temperatur liegt weiterhin bei 16 bis 18 °C.
  9. Bevor die Pflanzen dauerhaft ins Freie kommen, sollten sie abgehärtet werden. Dazu die Pflänzchen ein bis zwei Wochen tagsüber nach draußen in den Schatten stellen. In der Nacht kommen sie wieder ins Haus.
  10. Ab Mitte Mai, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, können sie ins Freie, ins Gartenhaus oder auf dem Balkon in größere Töpfe gepflanzt werden.


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion