Von Hamas verschleppt und enthauptet: Tod der 23-jährigen Shani Louk offiziell bestätigt

Die 23-jährige deutsch-israelische Doppelstaatsbürgerin Shani Louk ist tot. Nach israelischen Behörden hat auch die Familie der jungen Frau dies bestätigt. Angehörige der terroristischen Hamas haben sie nach Gaza verschleppt und offenbar enthauptet.
Die seit dem Hamas-Terrorüberfall auf Israel vermisste Deutsche Shani Louk ist nach Angaben ihrer Mutter tot.
Die seit dem Hamas-Terrorüberfall auf Israel vermisste Deutsche Shani Louk ist nach Angaben ihrer Mutter tot.Foto: Christoph Soeder/dpa
Von 30. Oktober 2023

Die israelische Botschaft in Deutschland und Familienmitglieder haben am Montag, 30. Oktober, den Tod der 23-jährigen deutsch-israelischen Staatsbürgerin Shani Louk bestätigt. Die terroristische Hamas hatte die junge Frau bei ihrem Überfall auf israelische Grenzgebiete am 7. Oktober verschleppt.

Videoaufnahmen zeigten sie halbnackt mit dem Gesicht nach unten auf der Ladefläche eines Pick-ups liegend. Ob die junge Frau zu diesem Zeitpunkt noch gelebt hat, ist unklar. Ihre Gliedmaßen waren zu diesem Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits gebrochen. Terroristen, die sich mit ihr auf dem Pick-up befanden, schlugen auf den regungslosen Körper ein und bespuckten diesen.

Dennoch hoffte ihre Mutter auf die Richtigkeit von Gerüchten, wonach Shani Louk am Leben sei und in einem Krankenhaus in Gaza behandelt werde. Die 23-Jährige galt als eine von mehr als 200 Menschen, die nach dem Terrorangriff in den von der Hamas kontrollierten Küstenstreifen gebracht wurden.

DNA-Test ergab Übereinstimmung mit Proben von Shani Louk

Am Montag bestätigte ein Cousin der Verschleppten, die Nachricht von deren Tod erhalten zu haben. Das Portal „ynet“ zitiert ihn mit der Aussage, dass die IDF (Israelische Streitkräfte) und der ZAKA (Gerichtsmedizin) diese übermittelt hätten.

In einem Schreiben teilten diese den Angehörigen mit, dass Soldaten einer Antiterroreinheit in Gaza einen Knochen einer Schädelbasis gefunden hätten. Ein DNA-Test habe eine Übereinstimmung mit jener von Shani Louk ergeben. Ihr Cousin Ruti erklärte dazu:

Die Ärzte stellten fest, dass ein Mensch ohne diesen Knochen nicht leben könnte, also kamen sie zu dem Schluss, dass sie tot war. Sie berieten sich mit zwei weiteren Experten, die darüber urteilten, sowie mit einem Rabbiner.“

Auf X bestätigte am Montag auch die israelische Botschaft den Tod der 23-Jährigen. Die junge Frau war zum Zeitpunkt des Terroranschlags unter den Gästen einer Rave-Veranstaltung in der Negev-Region nahe der Grenze zu Gaza. Die Terroristen nahmen nach ihrem Eindringen auf israelisches Staatsgebiet die Menge gezielt unter Beschuss.

Präsident Herzog: Shani Louk wurde offenbar enthauptet

In einem Interview mit dem „Bild“-Journalisten Paul Ronzheimer erklärte Israels Staatspräsident Isaac Herzog, man habe erst vor Kurzem selbst vom Tod der jungen Frau erfahren. Die Auffindesituation nähre einen furchtbaren Verdacht:

Sie haben ihren Schädel gefunden, was bedeutet, dass diese barbarischen, sadistischen Tiere einfach ihren Kopf abgeschlagen haben.“

Weitere Körperteile der jungen Frau sind bislang noch nicht aufgefunden worden. Über die genauen Todesumstände der 23-Jährigen ist ebenfalls noch nichts bekannt. Ihre Mutter Ricarda Louk hatte ihre Tochter anhand ihrer Tattoos und der gefärbten Haare als die Frau identifiziert, deren regungsloser Körper auf dem Pick-up transportiert wurde.

Familie zwischen Trauer und Erleichterung über Gewissheit

Die Mutter erklärte gegenüber „Kan News“, sie fühle auf der einen Seite Trauer, auf der anderen ermögliche das Wissen um ihr Schicksal immerhin einen gewissen Abschluss. Die Familie habe die Schiv’a, die jüdische Trauerperiode, begangen. Da allerdings erst wenige Körperteile aufgefunden worden seien, könne man noch keine Begräbniszeremonie ansetzen.

Vater Nissim äußerte Erleichterung über die nunmehrige Gewissheit bezüglich des Schicksals seiner Tochter. Zudem liege sie „nicht in irgendeinem Tunnel unter Gaza, wo wir jede Minute auf sie schießen und die ganze Erde bebt und es gibt Staub und es unmöglich ist, zu atmen.“ Er fügte hinzu:

Wir wissen, dass sie tot ist, wir wissen, dass sie nicht gelitten hat, wir wissen auch, dass sie eine Minute, bevor die Mörder kamen, getanzt hat. Sie war glücklich, sie hat gebetet, sie hat getobt, mit all ihren Freunden um sie herum, und sie hatte Spaß.“

Erste Reaktion der Bundesregierung durch Bundeskanzler Olaf Scholz

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich mittlerweile namens der Bundesregierung zu Wort gemeldet. Dabei hat er den Mord an Shani Louk als „Barbarei“ und „furchtbare Tat“ bezeichnet. Auch deshalb, so der Kanzler, müsse die Hamas „zur Rechenschaft gezogen werden“.

Die Terrorgruppe Hamas hatte am 7. Oktober einen massiven Angriff auf den Süden Israels verübt. Etwa 2.500 Terroristen töteten dabei über 1.400 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten, und entführten mindestens 239 Menschen in den Gazastreifen. Wie viele davon noch am Leben sind, ist ungewiss.

Israel reagierte mit intensiven Angriffen auf den Gazastreifen und einer schrittweise ausgeweiteten Bodenoperation. Die Regierung in Jerusalem kündigte an, die Terrorgruppe, die den Gazastreifen beherrscht, auslöschen zu wollen.

Einige Tage nach dem Massaker vom 7. Oktober kündigte die deutsche Bundesanwaltschaft eine Untersuchung gegen die Hamas wegen des Verdachts der Entführung und Ermordung deutscher Staatsbürger an.



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