Geothermieprojekt in Basel hilft Erdbeben zu verhindern

Epoch Times8. Januar 2007

Die inzwischen recht deutlich zu Tage tretenden Klimaveränderungen werden mittelfristig mit mehr und heftigeren Stürmen und anderen Naturkatastrophen einhergehen. Versicherungen warnen schon jetzt von Schäden, die kaum mehr versichert werden können, da zu hohe Kosten zu erwarten sind. Das Geothermieprojekt in Basel scheint jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen zu haben. Einmal werden mit Erdwärme als alternativer Energiequelle Kohlendioxidemissionen reduziert und so der Erwärmung der Erdatmosphäre vorgebeugt, zum anderen dürfte das Projekt zufällig mit dazu beigetragen haben, starke Erdbeben zu verhindern.

Denn am Morgen des 6. Januar kam es in Basel erneut zu einem leichteren Erdstoß der Magnitude 3,1. Dieser wird in Zusammenhang gebracht mit Stimulationsarbeiten des Geothermieprojekts „Deep Heat Mining“. Offensichtlich kommt es zu diesen Ereignissen, obwohl die Stimulationsarbeiten unterbrochen wurden und der Druck des injizierten Wassers seit langem wieder auf Normalniveau abgesunken ist. Basel ist, wie der gesamte südliche Breisgau ein Erdbebengebiet. In historischer Zeit kam es vielfach zu Beben, mit einer Maximalmagnitude bis zu 6,5. Wegen der logarithmischen Magnitudenskala wurde dabei etwa 27.000 Mal so viel Energie frei, wie bei einem vorangegangenen Erdstoß am 8. Dezember 2006.

In allen Erdbebengebieten fragt man sich, wie man Erdbeben verhindern kann. Die einzige weltweit diskutierte Methode hierzu ist das vorzeitige Auslösen kleiner Erdstöße durch Wasserinjektionen, um so Energie aus der Erde heraus zu nehmen und ein großes Schadenbeben zu verhindern. Diese Methode scheiterte bislang jedoch daran, dass es sehr schwierig ist, die jeweils aktive Kluft im Untergrund zu lokalisieren, anzubohren und zu stimulieren. In Basel ist dies mit dem Geothermieprojekt „Deep Heat Mining“ nun durch Zufall gelungen.

Ein weiteres Problem, bei der Vermeidung von Schadenbeben durch vorzeitiges Auslösen kleiner Beben besteht darin, dass viele solcher geringfügigeren Ereignisse notwenig sind, um ein großes zu verhindern. Um einem Beben der Magnitude 4 zuvorzukommen, müssten etwa 30 Erdstöße der Magnitude 3 ausgelöst werden. In Basel sind nun glücklicherweise nach einem Erdstoß vom 8. Dezember 2006 weitere aufgetreten, zuletzt am 6 Januar 2007. Mit jedem dieser Kleinbeben, die ja zu keinerlei Schäden führen, wird der aktiven spannungsgeladen Kluft im Untergrund Energie entzogen, die dann für ein größeres natürliches Beben nicht mehr zur Verfügung steht. Je mehr dieser kleinen Erdstöße nun noch auftreten, umso mehr wird das Risiko eines wirklichen Schadenbebens gemindert. Also: Je mehr Nachbeben, umso besser für Basel.

(jel/Geothermische Vereinigung e.V.)



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