SAP-Vorstand fordert mehr Mut und Tempo für digitalen Wandel

Der Standort Deutschland kann auch in Zeiten der Digitalisierung mit seinen Tugenden glänzen, findet SAP-Vorstandsmitglied Christian Klein. Dazu müsse nun aber langsam auch mal etwas passieren.
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Fordert mehr Tempo beim digitalen Wandel: SAP-Vorstandsmitglied Christian Klein.Foto: Uwe Anspach/dpa
Epoch Times7. Juli 2019

Der digitale Wandel in Deutschland braucht nach Ansicht von SAP-Vorstand Christian Klein mehr Mut und mehr Tempo. „Ich denke, es ist ganz wichtig, diesen Wandel jetzt anzugehen und die Vorteile zu sehen und weniger die Risiken“, sagte Klein der Deutschen Presse-Agentur.

Viele wichtige Punkte wie der Infrastrukturausbau oder das Thema digitale Bildung würden zwar erkannt und diskutiert. Die Umsetzung müsse aber schneller gehen, sagte Klein, der im Vorstand von Europas größtem Softwarekonzern das Geschäft mit den wichtigsten Anwendungen verantwortet, aber auch für den internen Wandel zuständig ist, den SAP selbst bei sich vollzieht.

Natürlich müsse dafür Geld investiert werden, sagte Klein. „Auch da bedeutet es Mut, in neue Themen zu investieren, neue Themen anzugehen“, betonte er. „Das ist etwas, das in Deutschland jetzt vorangehen muss.“

Politik und Wirtschaft gleichermaßen in der Pflicht

Politik und Wirtschaft sehe er dabei gleichermaßen in der Pflicht. Die Politik müsse zwar die Rahmenbedingungen schaffen. Unter Zugzwang seien aber auch die Unternehmen, die sich nun fragen müssten, wo sie jetzt investieren, wie sie ihre Wertschöpfungsketten digitalisieren und automatisieren könnten und wie sie die dafür notwendigen Leute finden.

„Was mir in Deutschland extrem auffällt, ist der Mangel an Fachkräften“, sagte Klein. Früher hätten vor allem große Konzerne um IT-Fachleute konkurriert, heute seien auch kleine Unternehmen mit im Rennen. „Und da fällt im Vergleich zu diesem großen Talentmarkt in China oder in Indien auf, wie viel kleiner doch der Markt hier ist.“

Lehrpläne schneller an Entwicklung anpassen

Klein forderte unter anderem, die Lehrpläne an Schulen und Universitäten schneller an die Entwicklung anzupassen. „Ich sehe immer noch Universitäten, die ganz stolz sind, jetzt die digitale Transformation in ihrem Lehrplan aufgenommen zu haben“, sagte er. Auch die Ausstattung der Schulen und die Qualifizierung der Lehrer müsse verbessert werden.

Entscheidende Vorteile habe der Standort Deutschland durch das enorme Know-how vor allem vieler Mittelständler. „Dieses Wissen, da bin ich mir ganz sicher, gibt es ein zweites Mal in der Form nicht in den USA oder in China“, sagte Klein. „Und auf dieses Wissen müssen wir jetzt aufbauen, es mischen mit den richtigen digitalen Fähigkeiten und dann wirklich schauen, dass wir die Digitalisierung umsetzen.“

Grundbedingung in den Unternehmen sei, Offenheit und eine Kultur für Veränderungen zu schaffen. „Das ist oftmals schwieriger, als den technologischen Wandel herbeizuführen“, sagte Klein. (dpa)

 



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