Experte warnt: EU-Sanierungspflicht macht Vermietung unrentabel

Die Pläne der EU-Kommission zu Gebäudesanierungen und Neubauten sind für Eigentümer in Deutschland nicht mehr rentabel.
Titelbild
Arbeiter bringen zur Verbesserung der Energieeffizienz Styroporblöcke als Dämmung an der Außenseite eines Neubaus an.Foto: von Sean Gallup/Getty Images
Epoch Times22. Februar 2022

Matthias Heißner, Mitbegründer und Geschäftsführer des Bonitätsprüfers Mietercheck, sieht die Verschärfung des Energiegesetzes als kritisch. „Für viele private Eigentümer und damit auch für private Vermieter beendet die EU damit die Wirtschaftlichkeit der eigenen Immobilie. Ihnen bleibt keine andere Möglichkeit, als betroffene Immobilien abzustoßen.“ Das wiederum würde die Situation auf dem Wohnungsmarkt verschlechtern. „Und die ist heute schon angespannt.“

Des Weiteren befürchtet er, dass die energetischen Mindestanforderungen bei vielen Gebäuden technisch nicht umsetzbar sind. „Außerdem wissen wir nicht, ob die Baubranche überhaupt über genügend handwerkliche Ressourcen verfügt, um die Richtlinie in dem Zeitfenster umzusetzen“, so Matthias Heißner. Hier sei gerade die Bundesregierung in der Pflicht, nachzusteuern.

Bereits im Dezember letzten Jahres hatte die EU-Kommission ihre Vorschläge für eine Verschärfung der Gesetzesgrundlage vorgestellt. Neue öffentliche Gebäude sollen schon ab 2027 emissionsfrei sein. Bis spätestens 2030 soll kein Gebäude mehr der schlechtesten Effizienzklasse G angehören. „Für Neubauten ist diese Gebäuderichtlinie bestimmt zu begrüßen“, meint Heißner weiter. „Aber für private Besitzer älterer Gebäude kann dieser Vorstoß fatale Folgen haben.“ (il)



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