Statistisches Bundesamt: Inflation geht leicht zurück – Nahrungsmittel bleiben teuer

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Oktober gegenüber dem Monat zuvor leicht zurückgegangen. Mit 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat bleibt sie jedoch immer noch deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent.
Die Inflationsrate ist gesunken, die Lebensmittelpreise bleiben weiter hoch.
Die Inflationsrate ist gesunken, die Lebensmittelpreise bleiben weiter hoch.Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Von 16. November 2023

Das Statistische Bundesamt hat die Daten zur Inflation für den Monat Oktober vorgelegt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug die Teuerung 3,8 Prozent. Gegenüber dem September, wo sie im Vergleich mit dem Vorjahresmonat noch bei 4,5 Prozent gelegen hatte, ist das eine leichte Beruhigung. Gegenüber dem Vormonat selbst ist keine nennenswerte Änderung zu verzeichnen gewesen.

Inflation bleibt im Bereich der Lebensmittel spürbar

Zwar ist die Teuerungsrate damit immerhin auf den niedrigsten Stand seit August 2021 zurückgegangen, wo sie ebenfalls bei 3,8 Prozent gelegen hatte. Ob die Entwicklung geeignet sein wird, den Händlern das bevorstehende Weihnachtsgeschäft zu retten, ist jedoch ungewiss.

Zum einen liegt die Inflation immer noch erheblich über dem Standard der späten 2010er-Jahre und über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Zum anderen kommt die leichte Abschwächung nicht zwingend in den Brieftaschen der Verbraucher an.

Wie aus der Einzelanalyse hervorgeht, zählen Nahrungsmittel mit einer Teuerung von im Schnitt 6,1 Prozent immer noch deutlich über dem Schnitt. Zwar ist auch hier eine leichte Abwärtsbewegung gegenüber August (9,0 Prozent) und September (7,5) zu verzeichnen. Einzelne Produkte zeigen jedoch nach wie vor einen besonders deutlichen Ausschlag nach oben.

Preisexplosion beim Olivenöl – Absturz bei der Butter

Besonders heftig schlägt die Inflation beim Olivenöl aus. Dort ist die Flasche um nicht weniger als 38 Prozent teurer als im Oktober des Vorjahres. Als Gründe gelten witterungsbedingte Missernten in Mittelmeerländern, aber auch Spekulationen. Ein weiterer Preisanstieg in diesem Segment von bis zu 40 Prozent erscheint Experten als möglich.

Immerhin sind andere Ölsorten wie Raps- oder Sonnenblumenöl (minus 16,7 Prozent) oder Butter (minus 27,5) günstiger geworden – und zum Braten eignen sich auch diese. Eine zweistellige Teuerung ist auch noch bei Marmeladen, Honig, Zucker und Süßwaren (13,4 Prozent) sowie bei Brot und Getreideerzeugnissen (plus 10,9) zu verzeichnen. Mit 9,6 Prozent ist auch Obst immer noch empfindlich teurer als im Vorjahresmonat.

Bereits im Vormonat zeigte sich überraschenderweise, dass Bioprodukte weniger stark von der Teuerung betroffen sind als jene ohne dieses Label. Allerdings waren die Ausgangspreise in diesem Segment entsprechend höher.

„Deutschlandticket“ dämpft Inflation im Bereich der Dienstleistungen

Immerhin gingen die Preise von leichtem Heizöl (minus 28,2 Prozent) und Erdgas (minus 13) gegenüber den – extremen – Werten des Vorjahres zurück. Strom war mit 4,7 Prozent nach wie vor teurer. Ab Dezember planen Versorger jedoch eine Absenkung der Energiepreise bei Bestandskunden, was eine Erholung in diesem Bereich nach sich ziehen könnte. EU-weit bleiben die deutschen Strompreise dennoch in der Spitzengruppe.

Auch bei Getränken bleibt die Teuerung deutlich zu spüren. Bei alkoholfreien lag die Inflation im Oktober bei 8,8 Prozent, bei alkoholischen belief sie sich auf 8,5. Im Bereich der Dienstleistungen bleibt die Teuerung in den meisten Bereichen auf einem hohen Niveau. So betrug diese bei sozialen Einrichtungen 10,7 Prozent, bei Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen 10,5 und bei Gaststättendienstleistungen 6,7.

Pauschalreisen wurden deutlich ebenfalls teurer (plus 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat). Dass die Teuerung im Bereich der Dienstleistungen insgesamt nur bei 3,9 Prozent lag, ist vor allem dem „Deutschlandticket“ zu verdanken. Die subventionierte Fahrkarte senkte das Preisniveau bei Bus und Bahn gegenüber Oktober 2022 um nicht weniger als 22,7 Prozent. Kraftstoffe wurden um 2,8 Prozent günstiger.



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