Kein Hai in der Pfanne

NABU kontra Lidl
Von 10. April 2006

Ein Erfolg für die Erhaltung der Artenvielfalt ist es schon, dass der Billig-Discounter Lidl entschieden hat, den Verkauf von Haifisch-Steaks nicht nur zu stoppen sondern sogar ganz aus dem Sortiment zu nehmen. Der Naturschutzbund NABU und weitere Organisationen hatten durch eine groß angelegte Aktion die Verbraucher aufgefordert, das Fleisch der vom Aussterben bedrohten Tiere nicht zu kaufen. Solche verantwortungslosen Geschäftspraktiken dürfen keine Zukunft haben.

Noch immer ist es nicht allgemein bekannt, dass Haie vom Aussterben bedroht sind. Das liegt auch am schlechten Image, das uns ähnlich wie bei den Wölfen kaum dazu verführt diese Raubtiere schützen zu wollen. Dazu gehört schon ein klares Verständnis jenseits vom Schmusekurs mit Tieren oder ihrer Werbe-Wirksamkeit. Artenvielfalt dient uns allen.

Für „Fisch und Chips“ lieben wir Hai ohne es zu wissen. Die Bestände des Dornhai, vielen wohlbekannt als schmackhafte „Schillerlocken“ auf dem Teller, sind in den letzten zehn Jahren im Nordatlantik um 89 Prozent gesunken. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach vielerlei Hai-Produkten stark zu. Bisher waren Hai-Produkte eher auf dem asiatischen Markt begehrt, bei uns mied man zumeist den Namen und wählte Handelsnamen wie Seeaal, Schillerlocken, Kalbsfisch, Speckfisch, Karbonadenfisch, Königsaal, Steinlachs und Seestör.

Dorn- und Heringshai müssten laut NABU dringend geschützt werden. Der deutsche Antrag zur Aufnahme ins Washingtoner Artenschutz-Abkommen ist allerdings schon an der Uneinigkeit in der EU gescheitert, die der Fischerei-Lobby einiger Länder den Vorzug gab.



Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion