Media-Markt-Genie Walter Gunz: „Ich war doch nicht blöd!“

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Walter Gunz: „Ich war doch nicht blöd!“Foto: Cover seltmann+söhne
Von 10. Februar 2014

Provozierende Sprüche wie „Ich bin doch nicht blöd“ kamen aus der Ideenschmiede von Walter Gunz. Er war einer der Gründer des Elektronik-Giganten Media-Markt. Er galt bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1999 als der kreative Kopf des erfolgreichen Unternehmens.

Das wunderschön gestaltete Buch „Ich war doch nicht blöd!“ trägt die Handschrift eines geistig fundierten Marketing-Genies und Menschenfreunds.  Mit visionärer Leidenschaft hat er im Jahr 1979 zusammen mit Leopold Stiefel und dem Ehepaar Helga und Erich Kellerhals das heute florierende Milliarden-Imperium mit über 60.000 Mitarbeitern gegründet. Gunz wurde 1946 in München geboren.

„Finde die Vision, die in Dir liegt, sie ist Deine spirituelle DNA. Gib ihr Raum! Es ist ein Irrtum zu glauben, es geht auch ohne Dich. Nur wer bei sich ist, kann für den anderen etwas sein.“

Einführung mit der Kapitelüberschrift: NICHTS

Der Autor schreibt: „Wie das ‚Ich’ im ‚Nichts’ verborgen ist, so liegt auch die Essenz im Verborgenen. Die Leere des Nichts ist viel mehr, als wir glauben. Alles ist in ihr enthalten. Das ‚Ich bin’ des Bewusstseins ist ebenso Bestandteil der Leere.“

Walter Gunz: „Ich war doch nicht blöd!“; Verlag: seltmann+söhne Euro 19.90 
Walter Gunz: „Ich war doch nicht blöd!“; Verlag: seltmann+söhne Euro 19.90

Walter Gunz nimmt in seiner eindrucksvollen Lebensgeschichte den Leser an die Hand und führt ihn durch einen sehr bunten Parcours einer erfolgreichen Arbeitswelt, die umrankt ist von Religion, Theologie, östlicher Medizin und Weisheit, Heilung, Erleuchtung, Liebe… die Fülle der Zitate bedeutender Meister ist überwältigend. Wir haben es bei der Lektüre des Buches mit einem wunderbaren Menschen zu tun, der uns einen planbaren Erfolgs- und Glücksweg vermitteln möchte und in einem der vielen Kapitel u.a. die Existenz der Hölle ad absurdum führt: „Angst ist ein Dämon und führt höchstens in die Unterwelt.“

Diverse der von Walter Gunz benutzten Inspirations-Quellen waren zwar weder erfolgreich und/oder glücklich – z.B. Friedrich Hölderlin, Khalil Gibran, Michael Ende, Martin Heidegger, Platon, Thorwald Dethlefsen, Sören Kierkegaard. Trotzdem sind ihre Aussprüche bis heute häufig hilfreich für Suchende.

Und das möchte der Autor auch sein. Erstaunlich und mutig, mit welcher Begeisterung uns der Autor zu dem Kern unseres Lebens führen möchte. „Das Selbst ist die Quintessenz unseres Lebens, eine Melodie, die DNA unseres Seins. Je mehr wir mit der Essenz in Berührung kommen, umso leichter erschließt sich uns das Glück. Es ist ein Aufbruch, ein Abenteuer, sich auf den Sinn meines Lebens einzulassen und die Reise zu meinem innersten Wesenskern, zu meinem Selbst zu beginnen. Mein Buch und ich sind nicht mehr als Helfer auf dem Weg zu Ihrem Selbst. Sie werden sich wundern, was Ihnen alles zufällt, wenn Sie dieser Melodie folgen. Dann haben Sie Ihre DNA berührt. Lassen Sie sich einfach auf diese Arche Noah des Wortes ein. Vertrauen Sie darauf, dass dieses Schiff Sie sicher über die Sintflut trägt und in eine schöne, heile Welt bringt…“

Wie alles begann …

Im Alter von fünf  Jahren hatte der junge Walter Gunz ein akutes Gallenproblem. Seine Mutter brachte ihn nach München-Schwabing in die Praxis des damals bekannten „Wunderheilers“ Dr.med. Johannes Ludwig Schmitt (1896 – 1963). Schmitt war eine dominante Persönlichkeit und Autor des 650-Seiten-Werks „Atemheilkunst“.

Gunz erinnert sich an diese besondere Begegnung: „Dr. Schmitt erkannte den Körper als Tempel; er erkannte die Einheit von Gott – Geist – Atem. Durch diese Erkenntnis war er fähig, das Tor des Körpers zu öffnen, damit der Geist des Atems einziehen konnte. Es besteht ein Unterschied zwischen einem Genie und einem Meister. Ein Genie, wie Picasso eines war, besitzt eine grandiose Begabung. Aber diese einmalige, geniale Begabung alleine, macht ihn nicht zu einem Meister, im Sinne des erwachten Menschen. Dr. Schmitt war mein erster Meister. Er ist der geistige Vater, der mich auf den Weg gebracht hat. Er war eine Initialzündung für mein Leben. Ein Meister zeichnet sich dadurch aus, dass er durch die Liebe nicht nur etwas Geniales schafft, sondern dass er teilt, dass er andere fördert durch diese Liebe. Initiation besteht in der Geburt einer Quelle, darin selbst Quelle zu werden…“

Walter Gunz ist großartigen Persönlichkeiten begegnet und versuchte, in seinem täglichen Berufsalltag das Prinzip der Leere, welches die japanischen ZEN-Meister ihn lehrten, zu verwirklichen.

Dem Neuen Raum geben

„Zum erfolgreichen Arbeiten gehört es, Freiräume zu schaffen. In meinem Büro hatte ich keinen Schreibtisch, und es lagen weder Leitz-Ordner noch zu erledigende Akten herum. Es gab einen Tisch mit vier Sesseln für die kleine Gesprächsrunde sowie einen größeren, ovalen für Zusammenkünfte mit der Mannschaft. Ich wollte mich nicht hinter einem Schreibtisch verschanzen, sondern allen Mitarbeitern eine optische Ebenbürtigkeit signalisieren… Ordnung ist nötig, um Freiräume zu schaffen. Berge unerledigter Arbeit zerstören jede Kreativität. Stirb, bevor Du stirbst, hat damit zu tun, sich von allem Hindernden und Überflüssigen zu trennen. Trenne Dich von allem, was nicht wesentlich ist, was nicht zu Dir gehört. Trennungen und Änderungen sind notwendig …“

Walter Gunz zitiert Mephisto, der in Goethes „Faust“ spricht: „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst Du mich getrost in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehen!“

Für den Marketing-Visionär ist der Versuch etwas festzuhalten ebenso schädlich wie das Zurückblicken auf die Vergangenheit. „Erfolg und Macht betrachten wir gerne als Krönung unseres Schaffens. Doch Vorsicht! Die beiden stellen uns vor eine große Prüfung, die wir charakterlich meist nicht unbeschadet überstehen. Das richtige Maß zu finden, ist eine heikle Gratwanderung. Auf der einen Seite sollen wir uns unserer Gottähnlichkeit bewusst werden, auf der anderen Seite droht uns der Absturz in die Hybris. Nicht umsonst gilt als gefährlichste Eigenschaft Mephistos die Überheblichkeit. Zwei große Prüfungen des Lebens führen demnach häufig zum Absturz des Menschen: die Prüfung durch den Erfolg und die Prüfung durch die Not.“

Das Buch aus der Feder des Münchners Walter Gunz ragt aus vielen autobiographischen Ego-Darstellungen weit heraus. Ein hoch begabter und menschlich extrem liebenswürdiger Unternehmer und Querdenker, zugleich ein aufrichtig Suchender nach dem Urgrund unseres Daseins.

Sein Kapitel „Abschied“, in Marrakesch verfasst, beendet der Autor mit den Gedanken: „Es war mein Wunsch, eine Einheit hinter ‚Allem’ aufzuzeigen und jeden Menschen an sein verlorenes Königtum zu erinnern. Auf dass er sich auf den Weg mache, um es dankbar zu umarmen und zu sagen: ‚Das ist schön. Das bin ich.’“

Walter Gunz lebt heute im Wechsel in Rottach-Egern am Tegernsee und in Marrakesch/Marokko.



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