Meteorit schlägt in Wohnhaus ein: 4 Kilogramm Gestein geborgen

Der Fund eines Meteoriten in Elmshorn sorgt für Schlagzeilen. Nun wurden weitere Meteoriten in der Stadt geborgen. Für Experten ist das ein echter Glücksfall.
Wilfried Labusch in Elmshorn mit dem kleinen Meteoriten, der in sein Haus niedergegangen ist.
Wilfried Labusch in Elmshorn mit dem kleinen Meteoriten, der in sein Haus niedergegangen ist.Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt
Epoch Times3. Mai 2023

Nach dem Einschlag eines etwa Tennisball großen Meteoriten in einem Wohnhaus im schleswig-holsteinischen Elmshorn sind weitere Meteoriten entdeckt worden. Insgesamt seien etwa vier Kilogramm Gestein geborgen worden, sagte Dieter Heinlein, Meteoriten-Experte beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa) am Mittwoch. Das größte Objekt wiege etwa 3,5 Kilogramm. Zuvor hatten Medien über die weiteren Funde berichtet.

Es sei sensationell, dass der Meteorit, der in das Dach des Hauses der Familie Labusch eingeschlagen sei, sofort gesichert und gemeldet worden sei, sagte Heinlein. Es sei ein sehr großer Glücksfall, dass Labuschs das Material schnell geborgen hätten und es nun zügig untersucht werden könne. So könnten auch die kurzlebigen Radioisotope noch gemessen werden. Bei dem Einschlag wurde niemand verletzt.

Der Meteorit bleibt Eigentum der Familie

Der Fund von Familie Labusch sei nach Dresden geschickt worden, wo in einem Speziallabor die Restradioaktivität des Meteoriten gemessen wurde. „Sie ist extrem schwach, mit einem Geigerzähler überhaupt nicht zu detektieren“, sagte Heinlein. „Aber sie ist so interessant, weil so festgestellt werden kann, welche verschiedenen Radioisotope im Weltraum entstanden sind.“ Es gebe einige, die innerhalb von Wochen beziehungsweise Tagen zerfallen, „sodass man das möglichst rasch machen wollte“. Ergebnisse der Untersuchungen werden den Angaben zufolge voraussichtlich erst in einigen Wochen vorliegen.

Er sei schon sehr gespannt auf das Ergebnis der Untersuchung, sagte Hausbesitzer Wilfried Labusch. Der Gesteinsbrocken aus dem All wird auf jeden Fall Eigentum der Familie Labusch bleiben. „Bis wir ihn zurückbekommen, überlegen wir uns schon mal ein schönes Plätzchen, um ihn gebührend auszustellen.“

Der Meteorit, der bei Labuschs das Dach durchschlagen hat, ist nicht der Einzige, der in der vergangenen Woche über Elmshorn niederging. So sei ein weiteres Haus getroffen worden, sagte Heinlein. Dieser Meteorit ist allerdings in mehrere Fragmente zerplatzt, die ebenfalls geborgen wurden. Eines der Fragmente ist nach Angaben Heinleins an das Institut für Planetologie nach Münster geschickt worden. Dieses ist auf die Identifizierung von Steinmeteoriten spezialisiert. Erste Ergebnisse könnten schon kommende Woche vorliegen, sagte Heinlein.

Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter

Darüber hinaus gebe es einen weiteren Treffer in einem Gartengrundstück. „Dieses Objekt ist einige Kilogramm schwer.“ Die Gartenbesitzer wollten möglichst wenig Öffentlichkeit, daher lasse man die Eigentümer den Fund dieses Steins in Ruhe genießen. Dieser Fund wiegt den Angaben zufolge rund 3,5 Kilogramm. Da er zu dem Meteoritenfall von vergangener Woche gehöre, werde er für die Untersuchungen nicht gebraucht.

Er gehe davon aus, dass die Gesteinsbrocken, die über Elmshorn niedergingen, aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammen. Alle bekannten Meteoriten, deren Bahnen man berechnen konnte, konnten auf diesen Asteroidengürtel zurückverfolgt werden, wie Heinlein sagte. Trifft ein Asteroid auf die Lufthülle der Erde, zerfällt er oft in viele kleine Stücke. Manche davon verglühen, andere landen auf der Erde. Diese Brocken nennt man Meteoriten.

Meteoriteneinschläge sind nach DLR-Angaben sehr selten. In Deutschland war nach Angaben des Zentrums zuletzt im April 2002 in Bayern in der Nähe von Schloss Neuschwanstein ein Meteorit niedergegangen. Ein größeres Kaliber war dagegen ein Meteor, der im Februar 2013 nahe der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk am Ural in der Atmosphäre zerbarst. Durch die Druckwelle wurden nach Angaben des DLR mehr als 7.000 Gebäude teils erheblich beschädigt, rund 1.500 Menschen wurden durch herumfliegende Glassplitter verletzt. (dpa/dl)



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