Endgültiges Aus für Arecibo-Teleskop

Das Arecibo-Teleskop in Puerto Rico wird nicht wieder aufgebaut, das teilte der Betreiber Mitte Oktober mit. Statt Beobachtung soll zukünftig die Bildung im Vordergrund stehen.
Das Arecibo-Radioteleskop war bis 2016 das größte seiner Art. Foto: iStock
Das Arecibo-Radioteleskop war bis 2016 das größte seiner Art.Foto: iStock
Von 29. Oktober 2022

Lange Zeit war es das größte Radioteleskop der Welt, diente als Kulisse für große Kinofilme, einschließlich James Bond, und half bei der Entdeckung neuer Planeten – bis es Ende 202o einstürzte. Nun gaben die Betreiber bekannt, das Arecibo-Teleskop in Puerto Rico wird nicht wieder aufgebaut.

Stattdessen hat die US-amerikanische National Science Foundation (NSF) eine Ausschreibung für „ein neues multidisziplinäres Bildungszentrum von Weltrang“ am Standort des Arecibo-Observatoriums. Es soll bereits ab dem kommendem Jahr als Drehscheibe für die MINT-Bildung und -Beratung dienen.

Arecibo-Teleskop: Wiederaufbau nicht geplant

Der 1. Dezember 2020 war ein Schicksalsschlag für viele Astronomen. Um 7:55 Uhr Ortszeit stürzte die 900 Tonnen schwere Beobachtungsplattform in die Tiefe und zerstörte Teile der 305 Meter großen Antennenschüssel. Das Observatorium ist laut NSF „im Laufe seiner fast 60-jährigen Geschichte für viele Bürger Puerto Ricos zu einem hoch angesehenen Teil der Gemeinschaft geworden, der eine Quelle des Stolzes und des lokalen wirtschaftlichen Nutzens darstellt und gleichzeitig vielen Menschen in der Gemeinschaft Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung bietet.“

Die aktuelle Ausschreibung „umfasst nicht den Wiederaufbau des 305-Meter-Teleskops oder die betriebliche Unterstützung der bestehenden wissenschaftlichen Infrastruktur“. Allerdings sollen das – im Vergleich zum Arecibo-Hauptteleskop winzige – 12-Meter-Radioteleskops als Teil eines europäischen Teleskopverbunds und die LIDAR-Anlage zur Erforschung der Erdatmosphäre weiterbetrieben werden. Vorerst.

„Es ist niederschmetternd, dass dies ihre endgültige Entscheidung ist“, zitiert das Wissensmagazin „Nature“ Desirée Cotto-Figueroa, Astronomin von der University of Puerto Rico. „Vor allem im Hinblick auf die Bemühungen [es] nach dem Einsturz mit den verbleibenden Instrumenten […] weiterzubetreiben.“ „Es ist herzzerreißend“, ergänzt Héctor Arce, ein Astronom an der Yale University in New Haven, Connecticut, der aus Puerto Rico stammt und sich für Arecibo eingesetzt hat.

Seit dem Einsturz vor nunmehr fast zwei Jahren hatte Puerto Rico acht Millionen Dollar für Wiederaufbau bewilligt. Auch Entwürfe für einen Neubau mit Verbesserung der wissenschaftlichen Fähigkeiten standen im Raum.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Epoch Times Wochenzeitung, Ausgabe Nr. 68, vom 29. Oktober 2022.



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