Huthi-Rebellen feuern Raketen auf Israel – Mehrfrontenangriff der Iran-Proxys möglich

Die vom Iran gesteuerten Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben sich erstmals zu Angriffen auf Israel bekannt. Dabei verwendete Raketen und Drohnen erreichten zwar ihr Ziel nicht, eine Eskalationsstrategie mithilfe seiner Proxys ist jedoch möglich.
Tausende Menschen in muslimisch geprägten Ländern sind wieder auf die Straße gegangen, um gegen die Luftangriffe Israels auf den Gazastreifen zu demonstrieren. Hier zu sehen, Anhänger der Huthi im Jemen.
Tausende Menschen in muslimisch geprägten Ländern sind wieder auf die Straße gegangen, um gegen die Luftangriffe Israels auf den Gazastreifen zu demonstrieren. Hier zu sehen: Anhänger der Huthi im Jemen.Foto: Osamah Abdulrahman/dpa
Von 2. November 2023

Die Bedrohung durch die terroristischen Organisationen Hamas und Hisbollah und proiranische Milizen in Syrien ist für Israel bereits seit Jahr und Tag gegenwärtig. Nun mehren sich die Anzeichen dafür, dass der Iran noch weitere Proxys gegen den jüdischen Staat mobilisieren will. Insbesondere die schiitisch-extremistischen Huthi-Rebellen, die seit 2014 einen Teil des Jemen kontrollieren, könnten eine neue Front eröffnen.

Wie „ABC News“ berichtet, haben sich die proiranischen Milizen am Dienstag, 31. Oktober, erstmals zu mehreren Angriffen mit Raketen und Drohnen bekannt. Diese hatten sich seit Anfang des Vormonats ereignet und hätten, so heißt es in einer Erklärung, Israel gegolten.

Rakete der Iran-Proxys verletzt sechs Menschen in Ägypten

Keines der Geschosse hatte sein Ziel erreicht. Am Donnerstag der Vorwoche schoss die US-Marine mehrere Raketen und Drohnen über der Schifffahrtsroute im Roten Meer ab. Am Dienstag sprach auch Israel von zwei ankommenden Raketensalven, die sich auf den Seehafen Eilat zubewegt hätten. Kampfjets und das neue Raketenabwehrsystem „Arrow“ hätten diese rechtzeitig abfangen können.

Ebenfalls am Donnerstag der Vorwoche gab es auch eine Explosion im ägyptischen Ferienort Taba. Dieser liegt in der Nähe der Grenze zu Israel. Sechs Menschen wurden dabei verwundet. Die ägyptischen Behörden konnten die Explosion lange Zeit nicht einordnen.

Nun meldete sich der Huthi-Sprecher, Yahya Saree, in einer Fernsehansprache zu Wort. Man habe „eine große Anzahl von ballistischen Raketen und eine große Anzahl von Drohnen auf verschiedene Ziele des israelischen Feindes abgefeuert“. Dies sei „die dritte Operation zur Unterstützung unserer unterdrückten Brüder in Palästina“. Man werde weitere „qualitative Angriffe“ mit Raketen und Drohnen durchführen, bis „die israelische Aggression aufhört“.

US-Armee vor Ort will Huthi-Aktivitäten „beobachten“

Israels Armee erklärte, dass es gelungen sei, alle Raketen außerhalb des eigenen Territoriums abzufangen. Ein Sprecher betonte:

Es wurden keine Infiltrationen in israelisches Gebiet festgestellt.“

Man habe das selten verwendete Arrow-System dazu verwendet. Dieses fängt, so das Center for Strategic and International Studies, ballistische Langstreckenraketen mit einem Sprengkopf ab, der üblicherweise Ziele im Weltraum zerstört. In Eilat habe der Angriff jedoch einen Alarm der Luftschutzsirenen ausgelöst. Dies habe die Bewohner dazu veranlasst, Schutzräume aufzusuchen.

Auch der Pressesprecher des Pentagon, Brigadegeneral Pat Ryder, hat bestätigt, dass es einen von Huthi-Territorium ausgehenden Angriff auf Israel gegeben habe. Die proiranische Miliz, die mehrere arabische Golfstaaten als terroristisch einstufen, soll über Raketen mit einer Reichweite von etwa 2.000 Kilometern verfügen.

Das Gebaren der Huthis sei etwas, „das wir weiterhin beobachten werden“, betonte Ryder.

Saudi-Arabien wieder in Kämpfe auf eigenem Territorium verwickelt?

Aus Saudi-Arabien kamen bislang keine Kommentare. Das Land ist Teil einer lokalen Koalition, die seit 2015 für eine Rückkehr des jemenitischen Präsidenten Mansour Hadi an die Regierung kämpft. Durch einen Putsch der Huthis wurde dieser 2014 aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben. Allerdings hatte Hadi im Vorjahr seinen Machtanspruch freiwillig auf einen Präsidialrat übertragen.

Die Regierung in Riad wiederum machte einige vorsichtige Schritte in Richtung einer Normalisierung mit Israel. Andererseits bemüht sich Saudi-Arabien um einen Waffenstillstand im Jemen und eine Beruhigung der Beziehungen zum Iran.

Dennoch soll es in den vergangenen Tagen wieder zu Kämpfen mit den Huthis in der südsaudischen Provinz Dschazan gekommen sein. Dabei seien „Bloomberg“ zufolge vier Soldaten des Königreichs ums Leben gekommen.

Iran leugnet offiziell Unterstützung der Huthi-Rebellen

Wohl aufgrund eines geltenden Waffenembargos der UNO gegen die Huthi-Rebellen bestreitet der Iran, diesen Waffen zu liefern. Tatsächlich ließen sich auf beschlagnahmten Schiffen, die Huthi-Gebiet ansteuerten, mehrfach Komponenten feststellen, die auf das Gegenteil hindeuten.

Im Jahr 2019 kam es zu einem Raketenangriff auf die saudi-arabische Ölinfrastruktur rund um Abqaiq. In den Jahren des Krieges im Jemen war dies nicht der einzige Übergriff auf das Königreich. Der Angriff auf Abqaiq hatte jedoch einen erheblichen Anstieg des Ölpreises zur Folge. Damals hatten sich die Huthis zu dem Angriff bekannt – allerdings gingen Experten eher von einer direkten Verwicklung des Iran aus.

Teherans Vertretung bei den Vereinten Nationen hatte erst jüngst gegenüber „Associated Press“ Israel mit Angriffen seiner Proxys gedroht. Es hieß damals mit Blick auf Jerusalems Antiterror-Operation in Gaza, diese könne „öffentliche Empörung hervorrufen und die Geduld der Widerstandsbewegungen erschöpfen“. In diesem Zusammenhang forderte man die USA dazu auf, die „vom israelischen Regime begangenen Übertretungen zu stoppen“.

Vieles spricht dafür, dass der Iran die Vielzahl von ihm gesteuerter Terrormilizen an Israels Peripherie instrumentalisieren wird, um den Druck zu verstärken. Auf diese Weise könnte Teheran versuchen, den jüdischen Staat in einen Mehrfrontenkrieg zu verwickeln, ohne selbst offiziell zur Konfliktpartei zu werden.



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