Archäologen finden Skelette von verwandten Wikingern in Dänemark und England

Überraschende Verwandtschaft: Archäologen haben die Skelette zweier vor rund 1.000 Jahren verstorbener Wikinger aus England und Dänemark untersucht – und ein Verwandtschaftsverhältnis zweiten Grades festgestellt.
Skelett eines der beiden miteinander verwandten Wikinger
Archäologen haben zwei miteinander verwandte Männer in England und Dänemark entdeckt.Foto: Odense Bys Museer / Nationalmuseum Dänemark
Von 10. Juni 2021

Eine zufällige DNA-Überprüfung der beiden Wikinger habe ergeben, dass sie Halbbrüder oder Neffe und Onkel waren, teilte das dänische Nationalmuseum in Kopenhagen mit. Anlass der Untersuchung war die Ausarbeitung der Sonderausstellung „Folgen Sie den Wikingern – auf ihrem Raubzug“, wo die Skelette ab dem 26. Juni zu sehen sind. Der Fund wirft ein neues Licht auf die Wanderungen der Menschen in Europa zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert.

Bei dem jüngeren der beiden Männer handelt es sich um einen dänischen Wikingerkrieger aus Fünen, der ermordet und in einem Massengrab in Oxford (England) begraben wurde. Der andere starb hingegen nach einem ebenso kriegerischen und körperlich anstrengenden Leben in Dänemark.

„Es ist eine großartige Entdeckung“, sagte die Archäologin Jeanette Varberg der Nachrichtenagentur „AFP“. Mit dieser könnten die Bewegungen innerhalb Europas anhand einer Familie nachvollzogen werden. Der historische Konsens sei, dass die dänischen Wikinger ab dem späten achten Jahrhundert in Schottland und England eingefallen waren.

Starb der jüngere Wikinger bei einem Massaker?

Ab 850 lassen sich vermehrt Dänen in England nieder und leben als Bauern. Andere Wikinger überfielen dagegen weiterhin regelmäßig die Küsten Englands, so wie sie es seit 793 taten. Doch im Jahr 1002 wendet sich das Blatt für die Wikinger.

Der englische König Æthelred (auch als „Æthelred der Unberatene“ bekannt) befiehlt ein Massaker an den Dänen, bei dem viele ihr Leben verlieren. Andere sterben in den folgenden Kämpfen. Einer von ihnen könnte auch der junge Mann aus Fünen gewesen sein. Er wird brutal ermordet und zusammen mit mindestens 35 weiteren Männern in ein Massengrab in Oxford geworfen. Dort entdeckten ihn Archäologen schließlich im Jahr 2008.

Untersuchungen zufolge war der junge Krieger etwa 180 cm groß. Sein Schädel weist Spuren von neun Verletzungen auf, die durch ein Schwert oder einen anderen scharfen Gegenstand verursacht wurden. Außerdem ging ein Regen aus Pfeilen auf ihn hinab und ein spitzer Gegenstand traf ihn mehrmals im Rücken. Auch die anderen Männer in dem Massengrab wurden ähnlich brutal zugerichtet.

Ein Verwandter stirbt weit entfernt in der Heimat

Jenseits der Nordsee auf Fünen lebte sein Verwandter, ein Halbbruder oder Onkel. Er war die meiste Zeit seines Lebens als Landwirt tätig und starb viele Jahre nach seinem Verwandten im Alter von 50 Jahren. Mitte der 1000er Jahre wird er in einem Grab bei Otterup beigesetzt, wo ihn 2005 Archäologen des Stadtmuseums Odense entdecken und ausgraben.

Die Analysen zeigen, dass der 182 cm große Mann ein hartes Leben hatte. Seine Zähne waren abgenutzt und er litt an einer Lungenkrankheit (möglicherweise Tuberkulose), deren Spuren auch tausend Jahre später noch sichtbar sind. Seine Wirbel, Rippen- und Kiefergelenke zeigen Anzeichen einer Arthrose, wodurch er in den letzten Jahren seines Lebens leicht gebückt ging.

Außerdem waren seine Knochen von schwerer Gewalt gezeichnet. So weist ein Halsknochen eine bereits verheilte Verletzung auf, während die Archäologen am Becken des Mannes eine weitere unverheilte Verletzung entdeckten. Letztere wurde vermutlich durch einen schweren Schwerthieb verursacht und könnte die Todesursache sein. Aufwendige Strontium-Isotopenanalysen zeigen zudem, dass der Mann von einer soliden bäuerlichen Ernährung mit viel Fleisch und gelegentlichem Fisch auf dem Speiseplan lebte.

„Es entsteht das Bild eines Mannes, der die meiste Zeit seines Lebens als Bauer lebte. Zu einem bestimmten Zeitpunkt war er vielleicht bei einem Überfall. Er war in seinem Leben sicherlich schon einige Male im Kampf. Und der junge Mann aus dem Massengrab in Oxford war sein Verwandter“, sagt Lasse Sørensen, Forschungsleiter im Nationalmuseum Dänemark, in einer Pressemitteilung.

Verbindung der Wikinger zufällig entdeckt

In einer großen DNA-Studie von 2020 untersuchten Forscher 442 Individuen von der Bronzezeit (ca. 2400 v. Chr.) bis zum Mittelalter (ca. 1600 n. Chr.). Die DNA wurde dabei aus Zähnen oder Knochengewebe von Personen aus Estland, Skandinavien und England bis hin zu Polen, Italien und Russland extrahiert.

Anschließend verglichen die Forscher ihre Ergebnisse mit Proben von 3.855 zuvor untersuchten zeitgenössischen und 922 prähistorischen Menschen. In den umfangreichen Daten entdeckten sie schließlich mehrere Beispiele von Männern und Frauen, die sich als verwandt herausstellten – einschließlich der beiden Wikinger.

Laut Varberg ist es äußerst selten, eine Verwandtschaft bei Skeletten zu entdecken – es sei denn, es handelt sich um Herrscher. Während die Verwandtschaft der beiden Skelette unbestritten ist, lässt sich ihre genaue Verbindung unmöglich bestimmen. „Es ist sehr schwierig zu sagen, ob sie zur gleichen Zeit lebten oder ob es vielleicht einen Generationsunterschied gibt“, sagte Varberg. In den Gräbern sei nichts gefunden worden, was eine genaue Bestimmung möglich gemacht hätte.

So funktionieren DNA- und Strontium-Isotopenanalysen

DNA in Kürze: Menschen und Tiere stammen von demselben biologischen Vorfahren ab, der sich vor etwa 3,9 Milliarden Jahren aus dem Meer kommend ausbreitete. Alle Menschen teilen etwa 99,9 Prozent des gleichen DNA-Codes. Alle Menschen können genetisch auf Vorfahren zurückverfolgt werden, die in Afrika lebten. Vor etwa 400.000 Jahren entstand unsere Spezies: der Homo sapiens. Die restlichen 0,1 Prozent unseres DNA-Codes sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. In dieser 0,1 prozentigen Differenz finden Wissenschaftler Informationen über die menschliche Abstammung und Geschichte.

Strontium-Isotopenanalyse in Kürze: Strontium ist ein Spurenelement, das in der Erdkruste vorkommt. Sein Gehalt variiert je nach Geologie eines Ortes. Menschen, Tiere und Pflanzen nehmen Strontium über Wasser und Nahrung auf. Indem wir die Strontium-Isotopensignatur von Menschen untersuchen, können wir feststellen, wo auf der Welt sie den Großteil ihres Lebens verbracht haben oder aufgewachsen sind. Auf diese Weise wirkt Strontium ein wenig wie ein geologisches GPS.

(Mit Material des Nationalmuseums Dänemark und der afp)



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